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Polizei-Einsatz & Anzeigen nach Lokalöffnung

Die Linzer Wut-Wirtin im Interview: ''Mir ist das Essen ausgegangen''

Der ohnehin schon finanziell schwer angeschlagenen Wirtin droht jetzt eine Mega-Strafe. Doch sie wusste auf was sie sich einlässt, sagt Alexandra Pervulesko und spricht von einer "Aktion gegen die Hungersnot".

Die Linzer Cafe-Betreiberin Alexandra Pervulesko hat am Montag ihr Lokal trotz Lockdowns aufgesperrt. Wenig später waren dann auch schon Polizei und Magistrat vor Ort. Bilanz: 45 Gäste wurden kontrolliert und angezeigt, ihnen drohen Strafen bis zu 1.450 Euro pro Person. Die Wirtin wird ebenfalls angezeigt, bei ihr beträgt der Strafrahmen bis zu 30.000 Euro.

"Wahrscheinlich ist es in der Tat so, dass es von oben befehligt ist, dass man die erste Wirtin, die jetzt aufsteht, köpfen muss", beginnt Pervulesko ihr Statement in das oe24.TV-Mikro. Mit der Aktion selbst hat sie gerechtet. "Man merkt am Ansturm der Leute, dass es ihnen reicht, dass sie rauswollen und ihre Freiheit zurückhaben wollen". "Wir werden einfach alle verhungern, wenn das so weiter geht", sagt Pervulesko. Und dies ist nicht überspitzt gemeint, sondern bittere Realität. "Mir ist das Essen ausgegangen", sagt die Mutter eines 13-jährigen Sohnes. "Ich musste meine Freunde und Familie fragen, und deshalb hab ich mich dazu entschieden den Laden aufzusperren", sagt sie.

Als Wut-Wirtin sieht sie sich nicht, viel mehr als "Wut-Mutter", wie sie sagt. "Ich bin so wütend darüber, dass die Regierung mir das Recht auf die Versorgung meines Kindes nimmt. Mir keinerlei Gelder zur Verfügung stellt, dass ich es mit der Hilfe der Regierung schaffen könnte. Mir aber zeitgleich verbietet, es auf meine eigene Weise zu tun", so die Gastronomin. Sie betitelte die Öffnung als "Aktion gegen eine Hungersnot".

Video zum Thema: Polizei-Einsatz bei Wut-Wirtin
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Aktion lockte viele Schaulustige

Die Frau hatte die Aktion bei einer Corona-Demo im Vorfeld und auch gegenüber Medien angekündigt. Dementsprechend sammelten sich am späten Nachmittag zunächst Schaulustige und Journalisten vor dem kleinen Cafe in der Altstadt. "Als Mama werde ich gezwungen die Verordnungen zu umgehen... ich kann mein Kind nicht mehr versorgen", stand auf einem Schild vor dem Lokal. Sie bitte "jeden radikal Denkenden rechts/links", nicht ihr Cafe zu betreten, schrieb die Wirtin weiter. Im Inneren des Lokals versammelten sich am späten Nachmittag einige weitgehend maskenlose Gäste. Auf einem Zettel an der Tür wurde zwar um Einhaltung der Abstandsregeln gebeten - allerdings ohne Erfolg.

© fotokerschi.at

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Friedlicher Polizeieinsatz

Die Protestaktion war rasch zu Ende. Weniger als eine Stunde nach der Öffnung standen die Behörden vor der Tür. Man habe die Leute aufgefordert, das Lokal zu verlassen, so Polizeisprecher David Furtner. Einige seien dem nachgekommen, andere nicht. Alle wurden kontrolliert und werden - ebenso wie die Wirtin - angezeigt. Zudem soll der Erhebungsdienst des Magistrats in den kommenden Tagen ein Auge darauf haben, ob das Lokal nun geschlossen bleibt, hieß es bei der Stadt Linz.W

 

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