Linz

Haus-Explosion: 93-Jähriger verstorben

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Gutachten eines Statikers deutet auf Abriss des Gebäudes hin.

Nach der Explosion in einem Mehrparteienhaus Montagabend in der Schreberstraße 4 in Linz ist der 93-jährige Pensionist, in dessen Wohnung der Gasherd aus vorerst ungeklärter Ursache in die Luft geflogen ist, Mittwochvormittag gestorben. Unterdessen sind Sachverständige am Zug, die über die Zukunft des stark beschädigten Gebäudes entscheiden sollen. Ein erstes Gutachten deutet auf einen Abriss hin.

Der 93-jährige Pensionist hatte bei der Explosion schwere Verbrennungen erlitten, zudem wurde er unter Trümmern seiner Wohnung begraben. Ein Zeuge und ein Polizist schleppten ihn ins Freie. Bevor er in das Linzer Unfallkrankenhaus eingeliefert wurde, sagte er noch, dass er zum Kochen seinen Gasherd gezündet habe. Er wurde in der Intensivstation in Tiefschlaf versetzt, die Ärzte verloren am Mittwoch den Kampf um sein Leben.

"Wie nach Bombenangriff"
Der Linzer Vizebürgermeister Klaus Luger (SPÖ) - er ist der Aufsichtsratsvorsitzende der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG, zu der das Gebäude gehört - fasste das Ergebnis einer ersten Besichtigung des Hauses durch einen Bausachverständigen mit den Worten "es sieht aus wie nach einem Bombenangriff" zusammen. Stahlbetonträger seien durchgebogen, Zwischenwände um etliche Zentimeter verschoben oder gar zerbröselt. Die Decken der Räume wurden akut einsturzgefährdet beurteilt. Es wurde ein Betretungsverbot verhängt, das Haus gesperrt. Weil Teile der Fassade herunterstürzen können, ist auch davor ein neun Meter breiter Streifen nicht zugänglich.

Für Luger ist nach dem ersten Gutachten ein Abriss wahrscheinlich. Es soll aber noch ein Zweitgutachten erstellt werden. Wegen der akuten Einsturzgefahr müssen allerdings zuvor umfangreiche Abstützungsmaßnahmen vorgenommen werden. Diese sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Erst danach können Sachverständige das Gebäude betreten, um es zu besichtigen, sowie ehemalige Bewohner ihre noch verwendbaren Habseligkeiten holen.

Insgesamt 13 Mieter, neun im Haus Schreberstraße 4 und weitere vier im Nachbargebäude, mussten ihre Wohnungen verlassen. Sie kamen vorübergehend bei Verwandten, Freunden sowie in einem städtischen Seniorenheim unter. Für zehn wurden bereits Ersatzwohnungen im Bereich der GWG und großteils im selben Stadtteil gefunden. Nun gibt es noch Bemühungen, dass sie künftig nicht mehr Miete als bisher bezahlen müssen, damit sich durch die Explosion nicht noch eine höhere finanzielle Belastung ergibt.

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