Lkw-Brand auf der A1

Lkw-Crash auf der A1

Rettungsgasse wird zum Debakel

Spektakulärer Unfall – und die Einsatzkräfte konnten nur mit großer Mühe bis zu dem Wrack vordringen.

Freitag fing im Morgenverkehr ein Möbel-Lkw auf der Welser Autobahn (A 25) in Oberösterreich Feuer – in letzter Sekunde konnte sich der Fahrer retten. Aber es drohte eine Katastrophe: Die Einsatzfahrzeuge kamen nicht voran. Autofahrer blockierten den Weg. Die Feuerwehr musste zum Teil als Geisterfahrer (!) zur Brandstelle anrücken.

Der Grund: Die meisten Autofahrer hielten sich nicht an die Pflicht zur Bildung einer Rettungsgasse (gültig seit 1. Jänner 2012). Sie blieben einfach mitten auf den Fahrspuren stehen, während andere sehr wohl zur Seite auswichen. So gab es für die Einsatzfahrzeuge weder in der Fahrbahnmitte noch auf dem Pannenstreifen ein Durchkommen. Wie so oft.

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Fast wöchentlich werden Menschenleben riskiert, weil die Rettungsgasse ignoriert wird.

Kritik an vorhersehbaren Problemen und Risiken
Experten warnten bereits vor der Einführung vor dieser gefährlichen Entwicklung. Für Willi Matzke, bis Ende 2011 Verkehrschef beim ÖAMTC, stand von Anfang an fest, dass die Rettungsgasse gefährliche Probleme bringen wird.

Matzke, damals noch einer der höchsten Verkehrsexperten des Landes, schlug Alarm und schrieb einen offenen Brief: „Bis jetzt gab es schon die Pflicht, den Pannenstreifen frei zu halten, die neue Regelung sorgt nur für Verwirrung.“ Denn: Autofahrer weigern sich üblicherweise auf den Pannenstreifen zu fahren.

Resultat: Es gibt nicht genug Platz für die Bildung der Rettungsgasse in der Mitte. Dadurch kommt es zum lebensgefährlichen Verkehrschaos.

"Ich war in der Rettungsgasse"

ÖSTERREICH-Redakteurin Ida Metzger erlebte die Probleme der Autofahrer auf der A1 live.

Im Radio hörte ich schon eine Stunde vorab davon. „Unfall auf der Westautobahn.“ Ein Stau habe sich gebildet. Na bestens, dachte ich mir. Freitag, 2. März. Ich war auf dem Weg zu einer Reportage. Auf Höhe von Haag-Öd in Niederösterreich geriet ich dann tatsächlich in den Stau. Im Radio wurden die Autofahrer da bereits aufgefordert, die Rettungsgasse zu bilden, aber es funktionierte überhaupt nicht.

Auf der Autobahn herrschte vollkommenes Chaos. Es war fast wie im Ballett. Die Autos auf der ganz linken Spur standen diszipliniert, die Lenker auf den zwei rechten Fahrbahnen wussten nicht wohin. Einige fuhren nicht auf den Pannenstreifen, manche schon, in der Mitte war dann oft kein Platz mehr. Und wenn doch, fuhr dort ein Wagen mit ausländischem Kennzeichen durch und viele folgten, auch Inländer. Viele waren sich unsicher, ob sie auf den Pannenstreifen fahren durften.

Resultat: ein Durcheinander, die Autos wechselten die Spuren, hupten nervös. Die Rettungsgasse scheiterte.

>> So funktioniert die Rettungsgasse

Diashow: Die stärksten Bilder des Tages



OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten