Die Kooperation zwischen Krankenhaus in Bad Ischl und Steiermark umfasst Orthopädie, Traumatologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie und Innere Medizin.
OÖ/Stmk. Die Steiermark und Oberösterreich starten, wie berichtet, mit dem 1. April eine grenzüberschreitende Spitalsversorgung. Nachdem sowohl die Oberösterreichische Gesundheitsholding wie auch die Gesundheitsplattform in der Steiermark dem ausverhandelten Vertrag zugestimmt haben, startet mit 1. April die neue Form der Zusammenarbeit. Patienten aus dem Bezirk Liezen - insbesondere dem Ausseerland - können bei medizinischer Notwendigkeit Leistungen im Krankenhaus in Bad Ischl in Anspruch nehmen.
Laut Mitteilung der Kommunikation des Landes Steiermark umfasst die Kooperation nunmehr die Bereiche der Orthopädie und Traumatologie, der Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Inneren Medizin. Damit soll eine gezielte Ergänzung zur bestehenden Versorgung erzielt werden. Die Steiermark beteiligt sich an den entstehenden Kosten und stellt auch Mittel für zusätzlich notwendiges Personal zur Verfügung. Wie zuvor schon bekannt gegeben wurde, wird der Gesundheitsfonds jährlich 550.000 Euro für zusätzlich in Ischl benötigte Beschäftigte - darunter Ärzte, Pflege-und Verwaltungspersonal - an die Oberösterreicher zahlen.
Man rechnet mit etwa 300 stationären sowie etwa 2.500 ambulanten Behandlungen jährlich, die vom Salzkammergut-Klinikum übernommen werden. Das LKH Rottenmann bleibe gleichzeitig die zentrale Anlaufstelle für die stationäre Versorgung im Bezirk Liezen. Der Standort soll im Rahmen des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030 gezielt weiterentwickelt und gestärkt werden.
Zusammenarbeit über Bundesländergrenzen hinweg
"Erstmals wird in Österreich eine strukturierte Zusammenarbeit über Bundesländergrenzen hinweg vertraglich geregelt", betonte der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP). Die Vereinbarung regle sowohl das medizinische Leistungsspektrum als auch die finanzielle Abwicklung und werde von einem engen Abstimmungsmechanismus begleitet: In der Anfangsphase sollen regelmäßig Gespräche zwischen den Partnern stattfinden, um die Entwicklung zu evaluieren und bei Bedarf nachzuschärfen.
Am LKH Bad Aussee wird unter anderem die Chirurgie geschlossen. In Bad Aussee wird künftig die Akutgeriatrie und Remobilisation gebündelt und so die Versorgung älterer Patientinnen und Patienten ausgebaut. Geplante operative Eingriffe werden künftig vorwiegend am Standort Rottenmann durchgeführt.
Neue Schwerpunkte in Rottenmann
In Rottenmann wird die Remobilisation und Nachsorge (RNS) als eine zentrale Schnittstelle zwischen Akutbehandlung und weiterführender Behandlung samt Rehabilitation beziehungsweise der ambulanten Betreuung etabliert. Die RNS wird in Rottenmann mit einer Dialysemöglichkeit kombiniert. Darüber hinaus wird in Kooperation mit der Klinik Diakonissen Schladming schrittweise eine Abteilung für Orthopädie und Traumatologie zur Sicherstellung der regionalen Versorgung aufgebaut.
Der Start der baulichen Weiterentwicklung am Standort Rottenmann ist laut der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) noch für 2026 vorgesehen. Die Umsetzung erfolge schrittweise bei laufendem Betrieb und ist langfristig angelegt. Die Gesamtdauer der baulichen Maßnahmen wird derzeit mit zwölf bis 16 Jahren veranschlagt.
Ein weiterer Vertrag mit dem Krankenhaus im Salzburger Schwarzach ist in Ausarbeitung und dürfte im Juni vorliegen. Dieser wird wohl Geburten und ebenfalls allgemeine Chirurgie betreffen.