Ärztemangel

Zahlenwirrwarr um zusätzliche Kassenstellen: 38,50 oder 100 für OÖ wurden genannt

"Anscheinend ist in Wien das Geld abgeschafft, während der Rest der Republik sparen muss“, sagt Haberlander. 

OÖ. In OÖ ist ein Zahlenwirrwarr betreffend zusätzliche Kassenärztestellen in Österreich entstanden. 

Die OÖ-ÖGK-Landesstellenvorsitzende Ursula Krepp hat laut Ärztekammer zuletzt in einem Interview davon gesprochen, dass bis 2030 für Oberösterreich „100 neue Kassenstellen im neuen Plan enthalten“ wären. Die Zahlen im Regionalen Strukturplan Gesundheit sprechen allerdings eine deutlich andere Sprache, auf Oberösterreich sollen laut Paul Niederberger von der Ärztekammer nur 38 entfallen. 

Von den 38 Stellen entfallen nur vier auf die Allgemeinmedizin, 31 auf Facharztstellen und drei auf den Zahn- und Kieferbereich. „Nur vier Stellen im hausärztlichen Bereich sind ein Schlag ins Gesicht der Patientinnen und Patienten. Viele finden aktuell schon keinen Hausarzt, dazu wird die stetig wachsende Bevölkerung immer älter und multimorbider“, so Johanna Holzhaider, Kurienobmann-Stv. in der OÖ-Ärztekammer und selbst Allgemeinmedizinerin.  

LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP) dazu: „Oberösterreich hat, historisch bedingt, zu wenige Kassenarzt-Stellen im Bundesländervergleich. Mit den 50 im Gesundheitsplan 2030 vereinbarten neuen Kassenarztstellen für Oberösterreich wurde endlich die Trendwende in der niedergelassenen Versorgung eingeleitet. Die 50 neuen Kassenarztstellen sind aber nur ein erster Schritt. Um zum Österreich-Schnitt aufzuschließen, sind weitere zusätzliche Kassenarztstellen notwendig."  

„Die medial kolportierten Zahlen für Wien sorgen daher bei mir für Unverständnis. Wien war schon bisher nach dem Burgenland das am besten versorgte Bundesland mit Kassenarztstellen. Wenn die Bundeshauptstadt dann trotzdem erneut überproportional viel mehr Stellen bekommt als alle anderen Bundesländer, dann ist für mich nur schwer nachvollziehbar. Auch wenn angeblich Auslagerungen von Spitälern in niedergelassene Ambulanzen miteingepreist sind bleibt dennoch ein schaler Beigeschmack. Anscheinend ist in Wien das Geld abgeschafft, während der Rest der Republik sparen muss“, so Haberlander.Zu den medial 38 für OÖ kolportierten Stellen sagt Haberlander: „Die 50 Stellen sind in der Landeszielsteuerung einvernehmlich beschlossen und von der ÖGK auch selbst in einer Pressekonferenz verkündet worden. Ich gehe daher davon aus, dass Wort gehalten wird und die Besetzung von der ÖGK auch schnellstmöglich umgesetzt wird. Alles andere wäre unseriös.“

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