Gefahr im Internet

Polizei macht Jagd auf Terror-Seiten

Der Geheimdienst hat ein Dutzend Seiten im Visier.

Ihre Server sind meist in den USA, manchmal in Indonesien. Ihre IP-Adressen nur sehr schwer nachzuverfolgen. Und ihre Inhalte werden immer radikaler und gefährlicher. Die Rede ist vom Tatort Internet und radikalen Homepages. Durch das unfassbare Attentat von Oslo und die fanatischen Internetbeiträge – Blogs, Tagebücher, Pamphlete – des 32-jährigen Attentäters Breivik sind nun sämtliche Geheimdienste alarmiert:

In Österreich hat der Verfassungsschutz derzeit laut Insidern „mehrere Dutzend Webseiten“ im Visier. Von besonderem Interesse sind dabei zwei Seiten mit klarem Österreich-Bezug:

  • Die ehemalige Alpen-donau.info, die nunmehrige Alpen-donau.net, auf der Neonazis ihr Gedankengut verbreiten. Vor allem in den gesperrten Foren ist ein gefährliches, teilweises „gewaltbereites“ Potenzial zu erkennen, sagen Experten. Im Zusammenhang mit diesem Onlineauftritt gab es im Frühjahr zwei Verhaftungen.
  • Diese Neonazis sind via Website und Foren auch mit internationalen Kameraden vernetzt: Vor allem nach Deutschland, aber auch in ehemalige Oststaaten. Ob es Verbindungen in die norwegische rechtsradikale Szene gibt, wird untersucht.
  • Die Neonazis vernetzen sich verstärkt aber auch via Facebook und Twitter. Nicht zufällig hatte auch der Attentäter von Oslo solche Accounts. Das haben diese Radikalen mit extremistischen Islamisten gemeinsam, die nun auch verstärkt via Facebook auftreten.
  • Eine islamistische Website im Visier des heimischen Verfassungsschutzes ist die Seite der „Deutschen Taliban Mujahideen“. Sie versuchen via Internet „heilige Krieger“ in Österreich und Deutschland zu rekrutieren.

Jetzt auch „Gates of Vienna“ im Geheimdienst-Visier
Durch den norwegischen Attentäter hat der heimische Geheimdienst nun auch verstärkt die Homepage „Gates of Vienna“ im Visier (dort postete der Oslo-Killer): Internationale Rechtsradikale verbreiten auf dieser Seite ihren Islam-Hass. Und auf „Gates of Vienna“ wird immer wieder ganz konkret Bezug auf Österreich genommen.

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