Während es in Salzburg und Vorarlberg in der Silvesternacht relativ ruhig zuging, kam es in allen anderen Bundesländern zu zahlreichen Verletzten und Bränden durch Böller und Feuerwerkskörper.
Polizei, Rettung und Feuerwehr hatten in der Silvesternacht keine ruhige Minute: Mehrere Personen wurden bei Böller-Unfällen verletzt. Ein Jugendlicher aus Wien verlor dabei seine Hand.
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Der dramatische Unfall ereignete sich fünf Minuten vor Neujahr in Wien-Favoriten. Ein Böller explodierte in der Hand des 14-Jährigen. Sanitäter stoppten noch am Unglücksort die Blutung. Bereits am frühen Abend verlor ein 13-Jähriger in Hietzing durch einen Böller Teile seiner Finger. Laut Polizei fand er den Böller beim Spazieren auf einem Spielplatz und zündete ihn an. Gegen 23 Uhr wurde auf dem Kahlenberg in Wien-Brigittenau ein Tourist (22) von einem Böller getroffen. Dabei verschluckte er einen Teil des davor gezündeten Knallkörpers und klagte danach über Übelkeit und brennende Schmerzen im Hals. Er erlitt schwere Verletzungen an einem Auge, Verbrennungen im Gesicht sowie Schnittverletzungen. Auch er kam in ein Spital.
Im Südburgenland verletzte sich ein 50-Jähriger bei der Explosion einer ganzen Böller-Batterie im Gesicht. Er wurde ins Krankenhaus Graz eingeliefert. Ein 17 Jahre alter Jugendlicher entzündete in der Landeshauptstadt von Kärnten gegen Mitternacht einen Feuerwerkskörper. Der Feuerwerkskörper mit rund 100 Schuss fiel dabei jedoch zur Seite und feuerte deshalb horizontal ab. Beim Versuch, die Feuerwerksbox wieder aufzurichten, erlitt der 17-Jährige schließlich Verletzungen an einem Auge.
In Niederösterreich wurden die Feuerwehren zu mehr als doppelt so vielen Einsätzen alarmiert, dort brannten auch einige Häuser. Laut Notruf Niederösterreich zogen sich insgesamt acht Personen durch Böller Verletzungen vor allem an den Händen, im Gesicht und im Brustbereich zu.
Zehn Menschen wurden in Oberösterreich in der Silvesternacht von Feuerwerkskörpern verletzt. Sie hatten Verbrennungen an Armen und Beinen sowie Augenverletzungen. In Linz traf eine Rakete eine Person im Gesicht, eine weitere erlitt eine Augenverletzung durch ein sogenanntes "Römerlicht". Ein Patient in Oberndorf erlitt schwere Verbrennungen am Unterschenkel. In Steyr traf ein Böller ins Auge einer Person und in St. Wolfgang verletzte ein herabfallender Feuerwerkskörper ein Mädchen im Gesicht. In Hargelsberg verletzte eine Rakete einen 28-Jährigen in seinem Garten.
Schwerverletzte gab es auch in Tirol: In Erl zündete ein ebenfalls 14-jähriger Ungar einen Feuerwerkskörper, bei der Explosion wurde ihm der kleine Finger der rechten Hand abgerissen. In Längenfeld zündete ein 38-jähriger Österreicher zu Mitternacht eine Feuerwerksrohrbatterie, dabei wurde er im Gesicht schwer verletzt.
In der Grazer Innenstadt (Stmk.) hingegen brach ein Feuer in einer Bar aus. Auslöser war diesmal kein Feuerwerkskörper, sondern Sprühkerzen, die extra für Silvester angezündet wurden. Die Wunderkerzen, die von Gästen angezündet wurden, sollen einen Teil der Raumdecke in Brand gesetzt haben. Laut Polizei wurden zwölf Gäste leicht verletzt. Eine Person habe mittelgradige Verletzungen erlitten.
Brand in Grazer Bar: 13 Verletzte.
Brand in Grazer Bar: 13 Verletzte.
Brand in Grazer Bar: 13 Verletzte.
Laut einer Aussendung der Polizei wurden bundesweit 2.800 pyrotechnische Gegenstände sichergestellt, dazu gab es 15 strafrechtliche sowie 15 verwaltungsrechtliche Festnahmen und mehr als 3.100 Identitätsfeststellungen. Während der Silvestereinsätze wurden 139 Organmandate und 729 Verwaltungsanzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz sowie den jeweiligen Landesgesetzen ausgestellt, 421 Personen nach diesen Regelungen angezeigt.
Laut vorläufigem Stand wurden 14 Anzeigen wegen (fahrlässiger) Körperverletzung durch pyrotechnische Gegenstände erstattet. Weitere 61 Anzeigen betrafen Sachbeschädigungen, die durch den unsachgemäßen Gebrauch von Pyrotechnik verursacht worden waren. 63 Anzeigen erfolgten wegen Brandstiftung oder fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst durch pyrotechnische Gegenstände. 14 Anzeigen standen im Zusammenhang mit Unfällen durch pyrotechnische Gegenstände.