Akten

Finanzgeschäfte

Salzburger Beamtin
 verzockt
 340 Millionen

Ermittlungen ergaben: Es war alles Steuergeld - So flog der Coup auf.

Schock in der Mozartstadt: Spitzenbeamtin Monika R. gab zu, 340 Millionen Euro mit Zins- und Währungstauschgeschäften verloren zu haben. Ob das alles ist, weiß niemand. „Dazu braucht es wochenlange Ermittlungen“, sagt der für Finanzen zuständige Landesvize David Brenner (SPÖ).

Die hochintelligente Frau schaffte es über Jahre, den Schaden in der Buchhaltung mit ihren zwei Millionen Buchungen im Jahr so geschickt zu verstecken, dass er nicht auffiel. „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie sie es nervlich geschafft hat, das jahrelang durchzustehen“, sagt Eduard Paulus, Leiter der Finanzabteilung über seine mittlerweile ehemalige Stellvertreterin.

Vollmacht
Die Referatsleiterin durfte seit 2003 für das Land Derivatgeschäfte abschließen – sprich: mit Steuergeld spekulieren. Das tat sie nach außen hin sehr erfolgreich: Das Wertpapier-Portfolio des Landes weist offiziell ein Plus von 130 Millionen Euro aus. Dafür gab es sogar Lob vom Bundesrechnungshof. Ein Treppenwitz der Kriminalgeschichte: Der Prüfbericht erschien just gestern, als Brenner und Paulus mit dem größten Krimi der vergangenen Jahre an die Öffentlichkeit gingen.

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Vorerst heißt es, Monika R. habe sich selbst nicht bereichert. Offenbar habe sie nur versucht, Verluste, die seit 2006 verstärkt anfielen, durch neue Geschäfte zu decken. Dazu habe sie Berichte und Unterschriften gefälscht. Als Besicherung griff sie auf einen Fonds ­zurück, aus dem das Land auch die Renten zahlt.

Die Politik ist um Schadenbegrenzung bemüht: Es handle sich um einen reinen Buchverlust, den man nun durch geschicktes Handeln auszugleichen versucht. Monika R. ist entlassen, die Justiz ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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