"Wir (...) fordern das Kuratorium auf, von jeder Einmischung in künstlerische Fragen Abstand zu nehmen", sagen Promis wie Nobelpreisträgerin Elfried Jelinke, Christian Ludwig Attersee und Erwin Wurm.
Szbg. Im Vorfeld der bevorstehenden Sitzung des Kuratoriums der Salzburger Festspiele am kommenden Donnerstag, bei der es unter anderem um die Neubesetzung der Schauspielleitung und die "Gelbe Karte" für Intendant Markus Hinterhäuser geht, stellt sich nun eine Gruppe namhafter Persönlichkeiten aus der Kulturszene hinter den Intendanten und fordert das Kuratorium in einem Memorandum auf, "von jeder Einmischung in künstlerische Fragen Abstand zu nehmen".
Unter den Unterzeichnern des am Freitag veröffentlichten Memorandums - alphabetisch von Christian Ludwig Attersee bis Erwin Wurm - finden sich auch die Literaturnobelpreisträger Elfriede Jelinek und Peter Handke, Musiker Hubert von Goisern, André Heller oder Galerist Thaddaeus Ropac. Sie erinnern an die "durch Gesetz, Geschäftsordnung und Vertrag festgelegte Kompetenzverteilung bei den Festspielen, durch welche die Kontrollfunktion und der Bereich der Einflussnahme des Gremiums strikt auf den Bereich der finanziellen Gebarung beschränkt sind". Es gebe also keine Veranlassung, öffentlich von Gelben Karten oder von der Stellung der Vertrauensfrage zu sprechen. "Wir (...) fordern das Kuratorium auf, von jeder Einmischung in künstlerische Fragen Abstand zu nehmen und den Intendanten der Festspiele bei der Fortsetzung seiner für Salzburg so erfolgreichen Arbeit nach Kräften zu unterstützen."
"Gelbe Karte" bei Sondersitzung des Kuratoriums
Das Kuratorium hatte nach dem Wirbel um die Beendigung des Dienstverhältnisses mit der letzten Schauspielchefin Marina Davydova eine transparente Vorgangsweise samt Ausschreibung verlangt. Auf diese haben sich 23 Kandidatinnen und Kandidaten beworben, sechs davon wurden zum Hearing geladen, zu dem fünf kamen. Kurz danach berichteten Medien, dass Hinterhäuser die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann als Favoritin für den Posten bezeichnet haben soll. Dabei hat die 72-Jährige aber weder am Auswahlverfahren noch am Hearing teilgenommen.
Am 3. Februar traf sich daher das Kuratorium zu einer Sondersitzung, bei der vereinbart wurde, dass sich der Intendant dem Kuratorium gegenüber erklären müsse. Dabei sprach Kuratoriumsvorsitzende Landeshauptfrau Karoline Edtstadler von der Gelben Karte, Bürgermeister Bernhard Auinger meinte, dass man durchaus vom Stellen der Vertrauensfrage sprechen könne.