Tragisch

Niederländischer Autor Cees Nooteboom 92-jährig gestorben

Der große niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom ist am Mittwoch im Alter von 92 Jahren auf Menorca gestorben. Das gab am Abend der Suhrkamp Verlag bekannt. 

Mit seinen Reisebüchern und Romanen etablierte sich Nooteboom, der mit dem Österreichischen Staatspreis für Literatur 2003 ausgezeichnet wurde, als ein Chronist Europas.

Zu seinem Oeuvre zählen Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, Reportagen und Reisebücher. Im Auftrag von niederländischen Zeitungen reiste der am 31. Juli 1933 in Den Haag Geborene als junger Mann durch Europa. 1956 erlebte er in Budapest den russischen Einmarsch. Er berichtete im Mai 1968 von der Studentenrevolte in Paris. 1989 wurde er in Berlin Zeuge des Mauerfalls.

Nobelpreis-Kandidat

Als Romancier hatte Nooteboom seinen internationalen Durchbruch erst 1980 mit seinem Roman "Rituale". Die Romane "Die folgende Geschichte" (1991) und "Allerseelen" (1998) festigen dann seinen Ruf als großer Romancier. Wiederholt galt er als einer der Top-Kandidaten für den Nobelpreis.

"Ich danke ihm, weil er sich als unermüdlicher Prediger für die Erweiterung Europas eingesetzt hat. Für mich ist er eine der faszinierendsten Schöpferpersönlichkeiten der vergangenen 50 Jahre", hob der damalige österreichische Bundeskanzler und Kunstminister Wolfgang Schüssel (ÖVP) 2004 bei der Staatspreis-Verleihung in Salzburg hervor. Die Wurzeln des Weltbürgers waren in den Niederlanden, Spanien wurde sein zweites Zuhause. Leser und Leserinnen kennen sein Haus und Garten auf der Insel Menorca aus seinen Werken. Auf Menorca ist er nun gestorben.

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