Schladming Russeger

Ski-Weltmeisterschaft

Schladming: Hit oder Millionen-Grab?

400 Millionen Euro wurden investiert: Zielraum & Kongresszentrum sündteuer.

Am Montag geht die Weltmeisterschaft der Superlative in Schladming los: Das sind 14 Tage Nationalpatriotismus und 14 Tage Party nonstop für 400.000 Fans.

Doch die große Frage ist: Was kommt danach? Droht dem Ski-Ort nach der WM ein Millionen-Grab? Denn noch nie in der Geschichte der Skiweltmeisterschaften hat ein Veranstaltungsort so viel Geld investiert wie die 4.500-Seelen-Gemeinde Schladming. „Einen derartigen Gigantismus habe ich noch nie erlebt“, meint Trainer-Legende Charly Kahr (siehe Interview unten).

Planet Planai: Gigantismus in Schladming
28 Millionen pro Tag. Kritiker nennen Schladming bereits das „Las Vegas“ vom Ennstal. 400 Millionen Euro wurden in die 14-tägige WM gebuttert. Rund die Hälfte des Budgets für das Mammutprojekt stammt aus Steuergeldern.

  • Bestes Beispiel für das Verschwendertum ist der „Planet Planai“. 30 Millionen wurden in den neuen Luxus-Zielraum investiert. Dazu gehört die modernste Tiefgarage Europas (mit vier Stockwerken und 4.000 Parkplätzen).
  • Der Triumphbogen „skygate“ über dem Zielraum ist Schladmings neues Wahrzeichen. Hier sind die VIP-Logen untergebracht. Zwei Millionen kostete das Architektur-Highlight.
  • Ebenfalls sündteuer ist das Kongresszentrum. 16,45 Millionen kostete der Bau. Nach der WM sollen darin Events mit bis 1.400 Personen stattfinden. Aber warum sollen in Schladming Kongresse stattfinden, wenn in alles, nur nicht in den Ausbau der Bundesstraße durchs Ennstal investiert wurde?

Tatsache ist: In der Region brodelt es gewaltig. Denn keiner der Nachbarorte möchte wegen der Schulden mit Schladming fusionieren. Bürgerkomitees planen sogar Protestaktionen.

Ur-Schladminger Charly Kahr: "Werbung unbezahlbar"

ÖSTERREICH: Herr Kahr, es gibt auch viele kritische Stimmen. Könnte sich Schladming mit dieser WM sogar überheben?
Charly Kahr: Sicher ist, dass es für Schladming zur Riesenherausforderung wird, die ganzen Bauten nach der WM zu bewirtschaften. Schließlich muss die Nachhaltigkeit gewährleistet sein, wenn der WM-Zauber vorbei ist. Aber fest steht auch, dass Schladming die Infrastruktur ­gebraucht hat, um im Tourismus bestehen zu können.

ÖSTERREICH: Was erwarten Sie sich von Ihrer Heim-WM?
Kahr: Schladming wird in aller Munde sein. Die Werbung ist unbezahlbar. So eine Größenordnung hat es bei einer Ski-WM noch nie gegeben, alle werden davon reden.

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