Schüler (15) fälschte 3.000 Euro

Linz

Schüler (15) fälschte 3.000 Euro

Prozess: Fünf Jahre Haft drohen - Er wollte nur „der Coole“ sein.

Akkurat gekämmt, das Hemd ordentlich in die Hose gesteckt, blass im Gesicht: So trat Sebastian B. (15) am Montag vor Richterin Ursula Eichler – und wirkte dabei nicht wie ein Krimineller. Doch was ihm am Landesgericht Linz vorgeworfen wird, könnte dem Politikersohn aus dem Mühlviertel bis zu fünf Jahre Haft einbringen.

Ende November 2011 habe ihn eine Fernsehsendung auf die fatale Idee gebracht, sagt der Bursch: Im elterlichen Keller habe er an einem Sonntagabend fünf 20-Euro-Scheine kopiert. Mit den Blüten prahlte der damalige Gymnasiast vor seinen Mitschülern. Ein Freund sei auf die Idee gekommen, das Falschgeld gleich beim Schulbuffet zu testen.

Erfolgreich: „Das Projekt hat gut funktioniert“
Vom Erfolg beflügelt, zahlte Sebastian B. am selben Tag noch in einem Drogeriemarkt und einer Fast-Food-Kette. „Das Projekt hat gut funktioniert, darum habe ich am Abend weitere sechs 20-Euro-Scheine erstellt“, gibt der Jugendliche zu. Aber, wie er beteuert, nicht mit dem Vorsatz, die Blüten in Umlauf zu bringen, sondern um die Anerkennung der Mitschüler zu bekommen: „Ich habe gedacht, wenn die sehen, dass ich Falschgeld machen kann, stehe ich da als der Coole.“

Die Aussage eines als Zeugen geladenen Freundes, B. habe für die Blüten Geld verlangt – einen Euro für einen Zehner, zwei Euro für einen Zwanziger –, bestreitet der Angeklagte. Dass am Christkindlmarkt in Linz die Masche nicht zog, hinderte ihn nicht daran, am dritten Abend auch Hunderter zu kopieren. Insgesamt soll der Bursch – es gilt die Unschuldsvermutung – mehr als 2.900 Euro gefälscht haben.

Staatsanwältin sieht „kriminelle Energie“
Staatsanwältin Ulrike Breiteneder glaubt die Mobbing-Opfer-Geschichte der Verteidigung nicht: „Ich erkenne kriminelle Energie, wenn ich sie sehe.“ Um weitere Zeugen einzuvernehmen, vertagte die Richterin den Prozess.

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