Kopie von Justitia Gericht Symbolbild Verhandlung

Wien

Buben vergewaltigt: 5 Jahre Haft

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Ein 46-jähriger Techniker verging sich an zwei 15-Jährigen.

Weil er 2009 zwei zum Tatzeitpunkt 15 Jahre alte Buben vergewaltigt haben soll, ist am Donnerstag ein 46 Jahre alter Techniker aus Wiener Neustadt von einem Wiener Schöffensenat zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte sich im Internet an seine Opfer herangemacht, indem er sie auf einer bei Jugendlichen beliebten Plattform anchattete. Dabei hielt er gezielt nach minderjährigen Burschen Ausschau, die sich in ihrem Profil als bisexuell deklarierten.

Polizist: Er nutzte ihr Alter aus
"Er hat genau die herausgegriffen, die in einem Alter waren, wo sie mit niemandem über ihre sexuelle Orientierung sprechen konnten, weil die Eltern nichts wussten und sie in der Schule deswegen gehänselt worden wären. Die waren froh, jemanden zu finden, mit dem sie dann reden haben können. Das hat er ausgenützt", erläuterte jener Polizist im Zeugenstand, der dem 46-Jährigen schließlich das Handwerk legen konnte, indem er sich als verdeckter Ermittler auf jener Plattform betätigt hatte.

Mit Fake-Profil erwischt

Der Beamte nannte sich dort Jan und gab sich als 13-Jähriger aus, worauf er vom Angeklagten angesprochen und alsbald in ein sexuell angehauchtes Gespräch verwickelt wurde. Als nach weiteren Gesprächen die Verdachtslage dicht genug schien, wurde bei dem Mann eine Hausdurchsuchung durchgeführt, bei der umfangreiches kinderpornografisches Material sichergestellt werden konnte.

In weiterer Folge stieß man auf zwei Burschen, denen der 46-Jährige in monatelangen Chats das Gefühl gegeben hatte, ihr erwachsener, verständnisvoller Freund zu sein, ehe er sie laut Anklage mit Gewalt zur Duldung sexueller Handlungen zwang.

Angeklagter wehrte sich gegen Vorwürfe
Der 46-Jährige bestritt vor Gericht die Missbrauchsvorwürfe. Mit dem einen Buben habe er nur "ein bissl gekuschelt und ihn an den Haaren gestreichelt. Aber das hat ihm nicht getaugt, da hab ich's lassen." Mit dem anderen habe er einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt, nachdem man im Internet Nackfotos ausgetauscht und ein Treffen vereinbart hatte: "Wir haben uns schon vorher ausgemacht, dass wir Sex haben wollten. Wir haben gekuschelt. Dann hab ich gefragt, ob er weitermachen will. Er hat Ja gesagt."

Vergewaltigung am Zentralfriedhof

Im ersten Fall soll der 46 Jahre alte Wiener Neustädter einen 15-Jährigen mit einem ausgeborgten VW-Bus zu Hause abgeholt und zu nächtlicher Stunde zum Zentralfriedhof chauffiert haben. Auf einem Parkplatz soll er ihm dann das Leibchen ausgezogen und die Hose geöffnet haben. Als der Bub "Ich will nicht!" rief, soll ihm der Mann laut Anklage einen Stoß versetzt und ihn schließlich vergewaltigt haben.

Danach warf er ihm der Staatsanwaltschaft zufolge das Gewand zu und ließ den weinenden Buben zurück, während er mit dem Bus wieder nach Niederösterreich fuhr.

Er besuchte sein Opfer daheim
Im zweiten Fall brachte der Mann sein Opfer dazu, ihn in der Wohnung seiner - berufsbedingt abwesenden - Eltern zu empfangen. Nach einem gemeinsamen Abendessen und dem Konsum einer Flasche Sekt soll der 46-Jährige dem Jugendlichen vorgemacht haben, er habe keine Möglichkeit mehr, nach Niederösterreich zu kommen, worauf ihm der 15-Jährige die Couch im Wohnzimmer zum Übernachten zuwies.

Nachdem sich der Schüler schlafen gelegt hatte, schlich sich der Techniker laut Anklage ins Kinderzimmer und missbrauchte den Buben.

Der Schuldspruch wegen zweifacher Vergewaltigung sowie Sammelns und Weiterverbreitens kinderpornografischer Darstellungen ist nicht rechtskräftig. Der Mann erbat Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab.

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