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ORF-Skandal um 2,4 Millionen Euro Pension für Pius Strobl

Der ORF kommt nicht zur Ruhe: Im Stiftungsrat wurde nun erstmals die Summe genannt, die der ORF für die Pension des einstigen Spitzenmanagers Pius Strobl rückgestellt hat. 

Die Causa Weißmann erschüttert seit Tagen den ORF. Auch im Stiftungsrat am Donnerstag war der Rücktritt des Ex-ORF-Chefs und die damit einhergehenden Vorwürfe das bestimmende Thema.

Stiftungsrat beschäftigte sich mit Strobl-Pension

Thematisiert wurde im obersten ORF-Gremium auch eine mögliche Intrige gegen den Ex-ORF-Chef - und die Frage, welche Rolle der einstige ORF-Spitzenmanager Pius Strobl dabei gespielt haben soll. Denn jene Mitarbeiterin, die die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Weißmann erhob, hat ein Nahverhältnis zu Strobl und wird auch vom gleichen Anwalt wie Strobl vertreten. Strobl galt jahrelang als graue Eminenz im ORF, war Kommunikationschef, "Licht ins Dunkel"-Verantwortlicher und Mastermind des Newsroom-Umbaus. 

Finanzdirektorin nannte Pensions-Rückstellung: 2,4 Millionen Euro!

Hintergrund der Fehde zwischen Weißmann und Strobl ist dessen hohe Pensionsabfertigung, die der Ex-ORF-Chef nicht in dieser Höhe auszahlen wollte. Wie oe24 erfuhr, platzte im Stiftungsrat nun die "Pensions-Bombe": Finanzdirektorin Eva Schindlauer gab erstmals die Höhe der Pensionsrückstellung bekannt, die der ORF für Strobl gemacht hat. Demnach hat der ORF sagenhafte 2,4 Millionen Euro (!) für die Strobl-Pension rückgestellt. Laut ORF-Insidern soll der 69-Jährige demnach Anrecht auf eine jährliche Pension in sechsstelliger Höhe haben. 

Strobl spricht von "Mobbing und Bossing"

Strobl erhebt im Interview mit oe24 ebenfalls schwere Vorwürfe: "Ich habe den Herrn Generaldirektor a.D. mehrmals mündlich und schriftlich darauf aufmerksam gemacht und mit Beispielen untermauert, dass ich unter starkem Mobbing seiner Umgebung und Bossing der Führung leide, dass vertrauliche Informationen und Unterlagen, die nur einem sehr eingeschränkten Führungspersonenkreis zugänglich waren, an externe Stellen weitergegeben wurden, um daraus "Geschichten" gegen mich zu initiieren und zu lancieren und vieles mehr..."

Strobl will ORF in Pensions-Causa klagen

"Richtig ist, dass der Herr Generaldirektor a.D. eine seit 2010 bestehende vertragliche Zusage einer "freiwilligen Pensionsleistung" zu meinen Gunsten nicht akzeptieren wollte." Strobl kündigt in der Pensions-Causa im oe24-Interview eine Klage gegen den ORF an: "Bedauerlicherweise werde ich wohl vor dem Arbeits- und Sozialgericht klagen müssen, kann dies allerdings erst ab Jänner 2027 tun, wenn ich tatsächlich nach Ablauf meines Dienstvertrages in den Ruhestand trete und der ORF mir die zugesagte Pension verweigert." 

Westenthaler: "Fall für die Gerichte"

Auch Stiftungsrat Peter Westenthaler kündigte bereits an, dass die Strobl-Pension ein "Fall für die Gerichte" wird. Der Vertrag sei "überschießend", so Westenthaler. Weißmann und Schindlauer hätten richtig gehandelt, den Pensionsvertrag nicht umzusetzen.

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