Sex-Täter bei Feuerwehr ist geständig

Telefon-Beichte

Sex-Täter bei Feuerwehr ist geständig

Der Unhold gibt zu: "Ja, ich habe fünf Mädchen verführt"

Ein Retzer soll Vertrauensstellung – und fünf Schülerinnen – missbraucht haben. In einem Telefonat nimmt er dazu Stellung und ersucht um Fairness.

Als Jugendbetreuer der Feuerwehr Retz soll der 2-fache Familienvater Alfred J. (Name red. geändert) mehrere Schülerinnen (13 bis 15 Jahre) sexuell missbraucht haben. Der jüngste Vorfall liegt gerade einmal drei Wochen zurück, passierte im Jugendsommerlager der Bezirksfeuerwehr Hollabrunn. Nachdem die Gerüchte ruchbar wurden, hieß es in der Stadt anfangs noch lapidar "nur blöde Rederei". Sein "schlechtes Gewissen" trieb den 47-Jährigen aber zur Selbstanzeige.

Der mutmaßliche Täter im Interview:

ÖSTERREICH: Herr J., die Vorwürfe der fünf sexuellen Übergriffe – stimmen die?
Alfred J.: Ja, leider. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
ÖSTERREICH: Aber Sie haben ja selber zwei Kinder. Was denken Sie sich eigentlich?
J.: Es tut mir leid, furchtbar leid. Meinen Kindern gegenüber und auch gegenüber den betroffenen Mädchen.
ÖSTERREICH: Wie viele Mädchen waren denn nun tatsächlich betroffen?
J.: Wie Sie ohnehin schon wissen, waren es fünf. Drei waren Mitglieder der Feuerwehrjugend. Die beiden anderen kannte ich so.
ÖSTERREICH: Es heißt auch, Ihre Ehefrau hätte Sie bei einem Seitensprung ertappt?
J.: Stimmt auch – und tut mir genauso leid. Nach 19 Jahren Ehe hätte ich es besser wissen müssen. Ich habe zuletzt viele Fehler gemacht. Ich kann mich bei allen dafür nur entschuldigen. Bei allen, auch bei meinen Eltern, meinem Arbeitgeber und meinen Kollegen im Job, bei der Feuerwehr und in den Vereinen, wo ich Mitglied bin.
ÖSTERREICH: Kommt die Reue nicht etwas spät?
J.: Wir sind eine engagierte Familie. Nirgends sonst ist mir das passiert. Auch nicht beim Musikverein.
ÖSTERREICH: Warum dann diese jungen Mädchen?
J: Ich weiß es auch nicht. Vielleicht irgendein Suchtverhalten.
ÖSTERREICH: Wie soll Ihr Leben jetzt weitergehen?
J.: Nach meiner Selbstanzeige und Gesprächen mit Ermittlern des Landeskriminalamtes habe ich mich selbst in therapeutische Behandlung begeben. Meinen Ruf habe ich mir selbst ruiniert. Eigentlich geht es mir jetzt nur darum, meine Kinder und die fünf Mädchen aus der Geschichte herauszuhalten.
ÖSTERREICH: Und wie steht’s um den Job und ihre Familie?
J: Das wird sich noch zeigen. Da hoffe ich auf Fairness und Verständnis aller, besonders meiner Frau.
ÖSTERREICH: Angenommen, beides bleibt aus?
J: Das habe ich dann selbst verschuldet. Ich habe sie alle verletzt und enttäuscht.

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