ÖBB, GVB & Co.

Aufstand gegen teure Öffis

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ÖBB, GVB & Co. heben die Ticket-Preise um rund fünf Prozent an. Die Pendlerinitiative verlangt nun die Tariferhöhung um ein Jahr zu verschieben.

Die breite Tariferhöhung bei den Österreichischen Bundesbahnen, auf steirischen Bus- und den Grazer Straßenbahnlinien stößt in Zeiten der Wirtschaftskrise auf heftigen Widerstand. So sammeln die Grünen nun Unterschriften gegen die ÖBB-Tariferhöhung um durchschnittlich fünf Prozent (Online-Formular auf www.gruene.at/oebb ). Den Aufstand probt ebenso die steirische Pendlerinitiative: Sie verlangt von ÖBB, GVB & Co. die geplante „Tarifanpassung“ um mindestens ein Jahr zu verschieben. Die betroffenen Unternehmen verweisen indes auf wachsende Personalkosten und die im Vorjahr so hohen Energiepreise.

„Völlig falsch“
Der Verkehrssprecher der steirischen Grünen, Lambert Schönleitner hat dafür freilich kein Verständnis: Aus seiner Sicht ist es „völlig falsch“, die Kunden in Krisenzeiten – und angesichts von Spekulationsverlusten in Millionenhöhe – nun verstärkt zur Kasse zu bitten. In der Praxis wird der Preis für das Standardticket Graz-Wien (zweite Klasse) von 31,40 auf 32,97 Euro erhöht. „Für Graz-Bruck muss man jetzt 18,10 zahlen – 19,01 wird der Preis ab 1. Juli betragen“, rechnet Schönleitner vor. Konter der ÖBB: Der Kurzstreckentarif bleibt der selbe. Auch werden die Tickettarife nicht pauschal sondern schrittweise nach Streckenlänge erhöht (siehe unten)

„Sauerei“
AK-Vize-Präsident Franz Gosch spricht dennoch von „einer Sauerei, dass die Fahrgäste nicht ent- sondern belastet werden.“ Der Chef der Pendler-Initiative verlangt daher von den steirischen Verkehrsunternehmen und den ÖBB, die Tariferhöhung um mindestens ein Jahr zu verschieben. Das wäre ein Zeichen, um häufiger auf die „Öffis“ umzusteigen.

Die neuen Öffi-Tarife:

- Die ÖBB sowie die steirischen Verkehrsunternehmen (GVB etc.) erhöhen mit Stichtag 1. Juli ihre Tickettarife um durchschnittlich fünf Prozent.
- Bei den Bundesbahnen richtet sich die Erhöhung nach gefahrenen Kilometern.
- Erfreulich: Bis zu einer Streckenlänge von 10 Kilometern bleibt der Tarif der alte.
- Dann erhöht sich der Tarif um 10 Cent (bis 20 km), 70 Cent (91 bis 100 km) oder 1 Euro (141 bis 150 km; jeweils einfache Fahrt, 2. Klasse).
- Bei den GVB kostet die Stundenkarte künftig 1,90 Euro (+ 10 Cent), das 24-Stunden-Ticket 4,10 Euro (+ 30 Cent) und die Wochenkarte 10 Euro (+ 60 Cent).

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