Kommt Zöpfe-Abschneider aus Österreich?

Hinterhältige Serie in Prag

Kommt Zöpfe-Abschneider aus Österreich?

Das Verbrechen ist so einzigartig wie pervers, dass es eine Verbindung zwischen den unheimlichen Serien geben muss.

Prag/Stmk. In den Straßenbahnen von Prag ist derzeit ein Irrer unterwegs, der Frauen und Mädchen von hinten ihre langen Haare abschneidet. Bisher wurden fünf solcher Attacken angezeigt, die Ermittler gehen aber davon aus, dass es weitere Opfer gibt. Eine Frau sei etwa in der Früh im Stadtteil Kleinseite mit der Bim gefahren, als sie plötzlich gespürt habe, dass ihr jemand an die Haare griff, sagte Polizeisprecher Jan Danek. Danach habe sie mit Entsetzen feststellen müssen, dass ihr der Zopf fehlt.
 
Die tschechische Polizei gab jetzt die Aufnahme einer Überwachungskamera zur Veröffentlichung frei, die einen hageren Mann, der auch 50+ sein könnte und der als Zeuge gesucht wird, aber auch der Verdächtige persönlich sein könnte.

41 Angriffe in der 
Steiermark in 22 Jahren

Jetzt zum möglichen Knalleffekt: Ist der Gesuchte ein alter Bekannter, und zwar jenes perverse Phantom, das 22 Jahre lang (bis 2015) in der Steiermark umging, mit einer Schere mindestens 41 Zöpfe abschnitt und niemals gefasst wurde?
 
Die Serie begann 1993 in Graz im Keller des Landeskrankenhauses an einer 30-jährigen Zahnärztin. Die meisten anderen Betroffenen sind Mädchen – und alle sind blond. 1996 schlägt er in Murau zu, 100 Kilometer von Graz entfernt – Zeugen beschreiben den Täter als Snowboarder in einem türkisfarbenen Skianzug. Er entkam.

"Perverser Spinner muss endlich gefasst werden"

Immer wieder gibt es neue Täterbeschreibungen von dem Mann, der nicht eine (DNA-)Spur hinterließ – doch nur auf einem Bild ist der Täter ungefähr zu erkennen: Er ist schlank und ungefähr 1,85 Meter groß.
 
2010 schneidet er der vierjährigen Nike in Schwanberg im Advent einen von zwei Zöpfen ab. Die Kleine ist traumatisiert, ihre Mutter zeigte den Unbekannten an und wandte sich an die Öffentlichkeit: „Das ist ein perverser Spinner, der endlich geschnappt werden muss.“
 
Doch er sollte noch 23 Mal zuschlagen. Mindestens 7 Mal daraufhin im Feldbach. Weil die erbeuteten Haare jetzt dunkel sind und offen getragen werden, gehen die Fahnder davon aus, dass möglicherweise mehrere Täter hinter der Serie stecken, die 2015 auf einen Schlag aufhörte.
 
Die Ermittler haben für das jähe Ende nur eine Erklärung, weil Sadisten nicht aufhören (können): „Entweder der Mann ist verstorben oder verzogen.“ Die Spur nach Prag sollte sich die heimische Kripo auf jeden Fall genau anschauen! (kor)

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