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Grabungsarbeiten

Suche nach Rechnitzer Massengrab

In Rechnitz im Südburgenland ist die Suche nach einem Massengrab mit Opfern eines 1945 von Nationalsozialisten begangenen Massakers wieder aufgenommen worden.

Am Montag haben auf einem Feld in der Nähe des Kreuzstadls Grabungen begonnen, bestätigte das Innenministerium am Nachmittag. Die Arbeiten erfolgen auf Basis von im Vorjahr durchgeführten Probebohrungen und sollen etwa zwei Wochen dauern.

Im Frühjahr 1945 wurden beim Kreuzstadl rund 180 jüdische Zwangsarbeiter ermordet. Nach dem Massengrab wurde seither auf Grund verschiedenster Hinweise mehrmals gesucht - bisher ohne Ergebnis. Seit 1986 wurden vom Innenministerium zusammen mit der Universität Wien und in Abstimmung mit der Israelitischen Kultusgemeinde in mehreren Etappen Grabungen durchgeführt.

Zuletzt wurden im vergangenen Herbst in Rechnitz bei Bohrungen Bodenproben genommen. Auch Luftbilder aus einem Archiv in Washington wurden ausgewertet. Auf Grund der Proben, der Luftbilder und zusätzlicher Informationen habe man einige Verdachtsorte herausarbeiten können, so die Leiterin der Abteilung für Gedenkstätten und Kriegsgräberfürsorge, Barbara Fischer: "Aber die hundertprozentige Bestätigung haben wir nicht bekommen. Und wissen auch nicht, ob wir sie jetzt finden."

Die Grabungen werden laut Ministerium auf einem Areal mit einem Umfang von rund 750 Metern durchgeführt. Gesucht wird an mehreren Stellen auf einer Gesamtfläche von rund 370 Quadratmetern. Zunächst soll die obere Bodenschicht abgetragen werden, genauere Aufschlüsse erhofft man sich in einer Tiefe von etwa eineinhalb Metern.

An dem Projekt unter der Leitung des Innenministeriums sind Experten für Bodenkunde und Archäologie der Universität Wien beteiligt. Das Team umfasst insgesamt an die 20 Personen.



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