"Täglich pöbeln uns am Praterstern Junkies an"

ÖSTERREICH-Lokalaugenschein

"Täglich pöbeln uns am Praterstern Junkies an"

Anti-Wohlfühlzone: Vor allem abends möchte am Prater­stern keine Frau allein sein.

Hektisches Treiben in der Halle und am Vorplatz. Vor allem Frauen haben es eilig. Fast alle fühlen sich – trotz aller Anstrengungen – am Praterstern unwohl. Gerade abends. „Ich habe immer Pfefferspray dabei. Ich muss im Dunkeln hier durch. Nach der Uni“, erzählt eine Studentin. Allein kommt sie nicht her.

Pfefferspray ist der
 tagtägliche Begleiter

Selbstverteidigung. Auch wenn die massiv aufgestockte Polizeipräsenz deutlich ist und gelobt wird, jeder Passant hat mit eigenen Augen Delikte beobachtet. Bei Schlägereien, Messerstechereien und dem allgegenwärtigen Drogenhandel scheinen vielen die „alkoholisierten Sandler“ noch am harmlosesten. „Die schlafen in der Ecke oder am Boden. Aggressiv sind eher die vielen unberechenbaren Giftler“, meint eine junge Frau, die einen Selbstverteidigungskurs absolviert hat.

Belästigt. Wer nicht an schnorrenden, pöbelnden, oder Suchtgift anpreisenden Horden vorbeihasten kann, weil er auf eine Straßenbahn warten muss, erlebt täglich einen Spießrutenlauf, so der Tenor.

Lob für Polizeipräsenz, Skepsis bei Alk-Verbot

Exekutive. Passanten und Geschäftsleute begrüßen unisono eine hohe Polizeipräsenz, mehr Kameras oder ein Alkoholverbot sehen die meisten eher skeptisch. „Kameras sind kaum Abschreckung, wenn man auf Drogen ist“, meint eine ältere Dame. Eine Zerschlagung der Suchtgiftszene in Kombination mit massiver Polizeipräsenz wäre eine adäquate Antwort gegen das Unsicherheitsgefühl.

„Derzeit ist eine deutliche Besserung zu spüren“, versichert indes Blumenhändlerin Dragica Ristic, die seit 26 Jahren am Praterstern tätig ist. Und die erzählt, dass sie „in den letzten Jahren mehrfach bestohlen und von Junkies umzingelt wurde“.

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