Extrem-Sportler

Tauch-Drama: Herbert Nitsch macht weiter

Er gibt zwei Tage nach Tragödie nächstes Ziel bekannt. "Die magischen 1.000 Fuß."

„Ich mache sicher weiter, mein großes Ziel sind die 1.000 Fuß. Ich versuche es wieder.“ Nur zwei Tage nach seinem tragischen Rekord-Tauchgang im griechischen Santorin hat Extremtaucher Herbert Nitsch (42) jetzt via Internet-Chat mit Freunden in Wien für Aufatmen gesorgt. Vom Krankenbett im Athener Spital Naval aus zeigte er sich kämpferisch – obwohl er bis vor Kurzem noch im künstlichen Tiefschlaf lag …

Wahrscheinlich tauchte Nitsch viel zu schnell auf
Wie ÖSTERREICH berichtete, schaffte der 42-Jährige am Mittwoch die Rekordtiefe von 244 Metern im „No-Limits“-Freitauchen. Doch nach dem Auftauchen der Schock: Er rang nach Luft, griff sich an den Kehlkopf und signalisierte Schwäche. Per Boot und Flieger wurde Nitsch sofort nach Athen gebracht, dort behandelt.

Wahrscheinlich: Der austrainierte Weltrekordhalter erlitt einen sogenannten Deko-Unfall, also Verletzungen aufgrund von zu schneller Druckentlastung und Bläschen. Experten meinen: Nitsch stieg – den Weltrekord vor Augen – viel zu schnell auf.

Diashow: Drama um Extremtaucher Herbert Nitsch

Drama um Extremtaucher Herbert Nitsch

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    Weiterhin ist unsicher, ob Weltrekord anerkannt wird
    Tatsächlich war die Lage ernster als angenommen. „Nitsch lag im künstlichen Tiefschlaf. Es geht ihm aber schon viel besser, er braucht sicher noch einige Tage Erholung“, sagte seine Sprecherin gegenüber 
ÖSTERREICH. Vater Gerhard Nitsch (72) und das Team unterstützen ihn weiter im Spital. „Er war an zwei Tagen mehrere Stunden in der Druckkammer, bis zum Rückflug werden noch Tage vergehen“, heißt es vom Management.

    Nitsch schaffte die Rekordtiefe von 244 Metern, das steht fest. Ob der Weltrekord auch vom Internationalen Verband AIDA anerkannt wird, weist sich in den nächsten Tagen.

    Ärztin: "Er ging hohes Risiko ein"

    ÖSTERREICH: Wie gefährlich ist Freitauchen in einer Tiefe von 244 Metern?
    Roswitha Prohaska: Es ist so gefährlich, dass ich allen Sportlern davon abrate. Es gibt in dieser Tiefe keine Erfahrungswerte. Jeder Athlet geht ein hohes Risiko ein, Probleme mit der Lunge oder neurologische Probleme zu bekommen.

    ÖSTERREICH: Drohen Herbert Nitsch Langzeitschäden?
    Prohaska: Nitsch war extrem gut vorbereitet und ist einer der Besten. Je früher Hilfe mit Sauerstoff erfolgt, desto größer ist die Chance, keine Langzeitschäden zu haben. Bei ihm trat Hilfe sofort ein. Schäden sind aber nicht auszuschließen.

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