Landesgericht Innsbruck

Innsbruck

Bursch (17) trat Wehrlosem gegen Kopf

Prozess: Einheimischer zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Ein 17-Jähriger hat sich am Montag am Landesgericht Innsbruck wegen versuchten Mordes und Raubes verantworten müssen. Dem Jugendlichen wurde vorgeworfen, einem Iren einen Faustschlag ins Gesicht versetzt und anschließend den am Boden liegenden Mann mehrmals gegen den Kopf getreten zu haben.

Der 17-Jährige wurde wegen versuchten Mordes zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Aggressiv
Er habe sich an dem Abend mit zwei Freunden zum Ausgehen getroffen und sei schon zu diesem Zeitpunkt sehr aggressiv gewesen, sagte der Beschuldigte in seiner Einvernahme durch Richter Andreas Fleckl. "Meine Freunde haben mich immer wieder wegen meiner Ex-Freundin aufgezogen", meinte der 17-Jährige. Als die drei Burschen schließlich auf den Iren trafen, der stark alkoholisiert vor einem Lokal etwas auf Englisch grölte, habe er sich persönlich angegriffen gefühlt und sei auf den Mann losgegangen, schilderte der Angeklagte seine Sicht der Vorfälle vom 30. April dieses Jahres.

Tritte gegen den Kopf
Dann hätte das Trio den am Boden liegenden Iren zunächst zurückgelassen. "Mein Freund hat dann aber vorgeschlagen, dass wir ihn ausrauben könnten", sagte der Tiroler. Als sie zu der Stelle zurück kamen, sei der Ire auf dem Gehsteig gesessen. Er habe ihm wieder gegen den Kopf getreten und den dann bewusstlosen Mann nach Wertgegenständen durchsucht, jedoch nichts gefunden, erklärte der 17-Jährige. Eine Passantin, die den Vorfall beobachtet hatte, verständigte schließlich die Polizei.

Staatsanwalt Clemens Gattringer meinte in seinem Eröffnungsplädoyer, dass der Angeklagte seinem Opfer "mit voller Absicht und großer Gewalt zunächst drei Fußtritte gegen den Kopf versetzt hat". Ein psychiatrisches Gutachten würde dem 17-Jährigen ein hohes Aggressionspotenzial attestieren, meinte Gattringer. "Er ist wie ein Kelomat, der jederzeit explodieren kann", zitierte der Staatsanwalt aus dem Gutachten.

 

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