Wetter

Unwetter-Chaos in Österreich

Unwetter-Katastrophe: Obersteiermark und Salzburg stark betroffen.

Donnerstagnacht fegte wieder ein gewaltiges Unwetter über Österreich, verwüstete ganze Orte. Und an nur einem Tag gab es 6.000 Blitze!

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Land unter in Österreich

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    Bäche, die bedrohlich anschwellen. Menschen, die auf Traktoren in Sicherheit gebracht werden. Ganze Straßenzüge, die von Schlamm bedeckt und unpassierbar sind – keine Bilder aus einem Hollywood-Film, sondern das, was sich seit Mittwochabend in Österreich abspielt. Gleich mehrere riesige Gewitterzellen trieben seitdem über uns ihr Unwesen und sorgten für teils apokalyptische Zustände:

    Nachdem am Mittwoch besonders Oberösterreich unter sintflutartigen Regengüssen versank, traf es am Donnerstag die Steiermark. In Präbichl fielen 92 Liter pro Quadratmeter, in Kalwang, ebenfalls in der Steiermark, waren es 85 Liter. So viel wie sonst nur alle zwanzig Jahre. Überschwemmungen waren programmiert.

    Am schlimmsten traf es das steirische Trieben. 350 Menschen mussten hier vor den Muren gerettet werden. „Im Freizeitheim wurden Notschlafstätten errichtet, wo die Evakuierten unterkamen“, berichtet Bürgermeister Helmut Schöttl (siehe unten).

    In Kapfenberg (ebenfalls Steiermark) mussten acht Menschen aus ihren überfluteten Kellern gerettet werden. In einem Fall mussten gar Feuerwehrtaucher ein eingeschlossenes Ehepaar retten.

    Auch auf den Autobahnen verursachte das Mega-Unwetter ein Chaos. Die Inntalautobahn (A 12) in Tirol war kurzzeitig gesperrt, die Pyhrnautobahn (A 9) nur einspurig befahrbar und auf der Salzburger Tauernautobahn (A 10) ging eine Mure direkt auf die Fahrbahn ab und verschüttete ein Ehepaar. Beide konnten gerettet werden (siehe unten).

    Allein die am Donnerstag zerstörten Obst- und Gemüsefelder verursachten den Landwirten einen Schaden von fünf Millionen Euro. Hier gar nicht einberechnet: Wasser- oder Windschäden. In Wörgl (Tirol) beispielsweise deckten Sturmböen von bis zu 90 km/h ganze Hausdächer ab.

    Wie durch ein Wunder gab es kaum Verletzte: Eine 73-jährige Grazer Wallfahrerin stürzte nahe Mariazell ab, nachdem sich eine Holzbrücke zur Seite geneigt hatte. Sie wurde schwer verletzt. Ebenso ein steirischer Feuerwehrmann. Bei Aufräumarbeiten traf ihn ein Ast. Er brach sich mehrere Rippen, ist aber außer Lebensgefahr.

    Am Nachmittag wurde sogar das Bundesheer in das Katastrophengebiet gerufen. 40 Pioniere wurden ins steirische Treglwang geschickt, um mit schwerem Gerät Verklausungen zu beseitigen und Muren zu verhindern.

    Wetterüberblick für Samstag


    (Für die detailgenaue Prognose auf das Bild klicken)

    Trieben: Schlamm legte die Stadt lahm

    Keinen Ort traf es so hart wie Trieben. In der steirischen Gemeinde wurden Donnerstagabend 350 Menschen evakuiert. Die Gefahr: Rückhaltebecken drohten zu bersten, hundert Tonnen Geröll auf die Häuser zu fallen, Schlamm und Wasser die Bewohner unter sich zu begraben. „Über 500 Feuerwehrmänner waren die ganze Nacht im Einsatz“, erzählt Bürgermeister Helmut Schöttl. Noch am Freitag liefen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren.

    Autobahn: Riesen-Mure verschüttete Ehepaar

    Die Erdmassen drückten gegen das Auto. Nur knapp entkamen sie dem Tod.
    Mega-Mure. „Plötzlich sahen wir die Geröll-Lawine auf uns zukommen“, schildern Mladen und Hildegard Tursan (69 und 76) die bangen Sekunden gegenüber ÖSTERREICH.

    Am Abend des großen Unwetters fuhr das Ehepaar auf der A 10 in Richtung Salzburg. Es folgte Unglaubliches: Eine Riesen-Mure – rund zwei Meter hoch – erfasste das Auto und drückte es mit gewaltiger Kraft gegen die Leitschiene. „Alles ging so schnell. Ich wollte noch raus, doch mein Bein und Kopf wurden eingeklemmt“, erzählt Mladen. Mehr Glück hatte seine Frau: Lkw-Fahrer eilten zu Hilfe und befreiten Hildegard. „Ich hatte mich bereits verabschiedet“, so die Bayerin. Später schnitt die Feuerwehr ihren schwer verletzten Mann aus dem Wrack.

    (loa, tiv)

    Diashow: Schwere Unwetter in Liezen

    Schwere Unwetter in Liezen

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      21.04 Uhr: Gewitter
      Heftige Gewitter toben derzeit im Raum Krems an der Donau und nördlich des Alpenhauptkammes in Tirol und in Salzburg. Das aktuelle Regen-Radar für ganz Österreich:

      19.41 Uhr: Aktuelle Unwetter-Warnungen für Österreich:


      18.23 Uhr: Evakuierungen aufgehoben
      Im obersteirischen Unwettergebiet sind am späten Nachmittag die Evakuierungsmaßnahmen weitgehend aufgehoben worden. Wie es von der Einsatzleitung hieß, habe sich die Lage so weit stabilisiert, dass eine akute Gefährdung der Siedlungsbereiche nicht mehr gegeben sei. Insgesamt waren 350 Personen evakuiert gewesen, die meisten in Trieben.

      17.46 Uhr: Schwere Vermurungen in Gaishorn

      © APA/FMT PICTURES

      (c) APA/Bundesheer

      17.17 Uhr: Luftaufnahmen aus Treglwang
      Jetzt sieht man das Ausmaß der Überschwemmungen:

      © APA/FMT PICTURES

      (c) APA/FMT PICTURES

      16.49 Uhr: Gegen 16 Uhr erreichen die Thermometer morgen ihren Höchststand. Das ist die aktuelle Prognose:

      © oe24

      16.15 Uhr: Der Wetterüberblick für Samstag:


      (Für die detailgenaue Prognose auf das Bild klicken)

      15.40 Uhr: Noch laufen die Aufräumarbeiten auf der A10 Tauernautobahn. Allerdings will die Asfinag vor Freigabe der Straße erst die weitere Entwicklung des Wetters abwarten.
      Die Gefahr, dass bei neuen Gewittern Geröll nachkommt, ist laut Landesgeologen Gerhard Valentin hoch: "Für die Nacht wurden erneut Niederschläge angekündigt, bei starkem Regen kann sich die Mure jederzeit wiederholen." Derzeit seien Bagger damit beschäftigt, jene Rinne auszubaggern, in der die Mure abging. "Solange diese Arbeit nicht beendet ist, bleibt die Fahrbahn gesperrt."

      15.21 Uhr: In Gosau (Bezirk Gmunden) ist gestern Abend eine Forststraße von Schlamm- und Geröllmassen weggerissen worden. Die Mure bedrohte auch ein landwirtschaftliches Anwesen, in dem eine Familie wohnt. Glücklicherweise gelang es den Männern der Feuerwehr das herabströmende Material umzuleiten und konnten das Gebäude so vor Schäden bewahrt werden. Umliegende Wiesen jedoch wurden von den Erdmassen stark vermurt.

      15.06 Uhr: Die B114 über den Triebener Tauern von Trieben nach Hohentauern ist auf 800 Meter Länge meterhoch von Geröll und Schlamm verschüttet worden, der Straßenkörper selbst ist an mehreren Stellen unterspült und nicht befahrbar. Nach ersten Schätzungen von Fachleuten werde es einige Wochen dauern, bis die B114 wieder für den Verkehr freigeben werden kann.

      14.54 Uhr: Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (S) hat sich heute Nachmittag in den zum Katastrophengebiet erklärten Gemeinden, Trieben, Treglwang und Gaishorn, selbst ein Bild von den Verwüstungen gemacht: "Wir bedauern zutiefst, dass es kein Jahr mehr gibt, in dem es zu keinen Naturkatastrophen kommt." Bei den Sachschäden werde man "immer versuchen, sehr großzügig zu sein, vor allem bei der Soforthilfe", verspricht Voves.

      14.37 Uhr: Auf der A9 Pyhrn-Autobahn schleppt sich der Verkehr weiterhin. Seit kurz vor 7 Uhr früh muss man zwischen Trieben und Treglwang mit kilometerlangen Staus rechen. Hier ist der rechte Fahrstreifen Richtung Süden gesperrt.

      14.28 Uhr: Wann die A10 Tauern-Autobahn für den Verkehr wieder freigegeben wird, ist immer noch unklar. In Fahrtrichtung Norden bleibe die A10 bis auf Widerruf gesperrt.

      13.55 Uhr: Für Sie aktualisiert: Die große oe24-Diashow von den jüngsten Unwettern:

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        13.51 Uhr: Deutliche Wetterabkühlung seit gestern. Ein Klick ins Bild bringt Sie zu den aktuellsten Wetterinfos:

        13.22 Uhr: Meteorologen verweisen auf die hohen Stundensummen der Niederschläge. Aus diesem Grund führen Gewitter zu kleinräumigen Überschwemmungen

        13.15 Uhr: Gewitter erstaunen selbst die Meteorologen
         Bei der Messstation am Präbichl (ST) wurden 92 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. "Das sind Mengen, wie sie nur einmal in zehn bis 20 Jahren zu erwarten sind", sagte Klimatologin Johanna Oberzaucher.

        12.31 Uhr: In Tirol bezifferten Versicherungsexperten den Schaden auf einer Fläche von 1.000 Hektar mit 600.000 Euro.

        12.05 Uhr: 4,4 Mio. Euro Schaden in 4 Bezirken
        Schwere Hagelschäden wurden auch aus den Bezirken Feldbach, Hartberg, Mürzzuschlag und Weiz gemeldet. 10.000 Hektar Land wurden in Mitleidenschaft gezogen.

        12.02 Uhr: Gröbere Schwierigkeiten auf der B114 über den Triebener Tauern: "Hier haben wir auf 800 bis 1.000 Meter Schlamm und Geröll auf der Straße. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Räumung", sagt Oberstleutnant Joachim Huber.

        11.42 Uhr: Von fast 350 evakuierten Menschen aus dem Raum Hohentauern und Trieben sind noch etwa rund 100 im Freizeitheim in der Schule Trieben untergebracht.

        Diashow: Evakuierungen in Trieben

        Evakuierungen in Trieben

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          11.36 Uhr: Das Zentrum des an Treglwang angrenzenden Dorfes Gaishorn ist teilweise noch immer gesperrt.

          11.34 Uhr: Die obersteirischen Dörfer Treglwang und Wald am Schoberpass haben eine wahre Horror-Nacht hinter sich. Aktuell zeigt sich zwar die Sonne - doch die Aufräumarbeiten nach den heftigen Gewittern werden wohl noch zwei Tage lang andauern.
           

          11.27 Uhr: Das sind die 5 aktuellen Gewitter-Hotspots (klicken Sie ins Bild für weitere Infos)

          11.16 Uhr:

          © foto@neumayr.cc

          So schlimm sah es auf der A10 in der Nacht auf Freitag aus.©foto@neumayr.cc

          11.11 Uhr: Angesichts der ernsten Lage in der Steiermark hält Landeshauptmann Franz Voves um 13.00 Uhr eine Pressekonferenz zur Unwetterkatastrophe ab.

          10.59 Uhr:  In Taxenbach ist die Pinzgauer Bundesstraße B311 im Bereich des Trattenbachtunnels durch zwei Muren verlegt.

          10.41 Uhr: Die Gemeinde Maria Alm ist in Salzburg vom Unwetter am stärksten getroffen worden. Zahlreiche Bäche traten über.

          10.32 Uhr:  Regen-Chaos auch in Salzburg
          Bei der Messstelle St. Veit im Pongau wurden Donnerstagnacht 64 Liter pro Quadratmeter registriert.

          10.24 Uhr: Das Großarler Tal in Salzburg ist nach dem Unwetter ebenfalls von der Außenwelt abgeschnitten.

          10.14 Uhr: Die große oe24-Diashow vom Unwetter - jetzt aktualisiert:

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            09.54 Uhr:

            © APA

            In Trieben in der Steiermark mussten 350 Menschen evakuiert werden. ©APA

            09.42 Uhr: Die ÖBB-Südbahnstrecke ist wieder frei

            09.36 Uhr: Auch die Straßenbahnlinie "6" der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, deren Strecke beim Stadtteil Wilten unweit der Autobahn vorbeiführt, war wegen der umstürzenden Bäume vorübergehend außer Betrieb.

            09.31 Uhr: Auch in Tirol Schäden durch das Unwetter
            Die Inntalautobahn (A12) war bei Innsbruck für kurze Zeit gesperrt, weil Bäume auf die Fahrbahn zu stürzen drohten.

            09.15 Uhr: LKW crasht in ÖBB-Brücke in Liesing. Südbahn ab Mödling bis auf Weiteres gesperrt.

            09.01 Uhr: Das aktuelle Regenradar - für weitere Infos klicken Sie bitte in die Grafik

            08.58 Uhr: Mure verschüttete Auto - 1 Schwerverletzter
            Auf der Tauernautobahn (A10) wurde Donnerstagnacht bei Flachau-Winkl (Pongau) gegen 22:00 Uhr ein Auto durch eine riesige Mure verschüttet. Ein Ehepaar aus Kroatien kamen knapp mit dem Leben davon. Der Lenker des Pkw wurde schwer verletzt in das Krankenhaus Schwarzach eingeliefert, seine Ehefrau erlitt lediglich einen Schock.

            08.46 Uhr: Mega-Staus auf der Tauernautobahn A10
            Es gibt in beiden Fahrtrichtungen große Staus. Bagger räumen nach Murenabgängen auf.

            08.30 Uhr: In Fahrtrichtung Salzburg wurde die Tauernautobahn in der Nacht im Bereich der Ausfahrt Tauernalm durch diese Mure mehr als eineinhalb Meter hoch verschüttet.

            08:21 Uhr: Sperre der Pyhrnautobahn A9
            Pyhrn Autobahn: Voralpenkreuz Richtung St. Michael

            Zwischen AS Trieben und AS Treglwang Behinderungen durch Erdrutsch, gesperrt, der Umleitungsbeschilderung folgen

            08.01 Uhr: Behinderungen auf der Dientner Landesstraße
            Dienten - Lend: in beiden Richtungen Behinderungen durch Erdrutsch.

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