Asylwerber (34) ersticht Chef von Sozialamt

Tödliche Attacke in Vorarlberg

Asylwerber (34) ersticht Chef von Sozialamt

Vorarlberg. Am Mittwoch um 15.15 Uhr hat ein 34-jähriger Asylwerber aus der Türkei dem Leiter des Sozialabteilung der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn mit einem Messer in den Hals gestochen. Das Opfer starb an den Verletzungen. 

Der mutmaßliche Täter ist daraufhin geflüchtet, konnte aber von der Polizei nach einer halben Stunde gefasst werden, wie oe24 erfuhr. Am Abend findet die Einvernahme statt. 

Der mit einem Messer bewaffnete Mann betrat gegen 15.15 Uhr die Sozialabteilung der Bezirkshauptmannschaft und attackierte den Mitarbeiter. Anschließend flüchtete der in Lustenau wohnhafte 34-Jährige zu Fuß. Gegen 15.45 Uhr wurde er von einer Streife gefasst und festgenommen. Die Hintergründe der Tat waren laut Fitz vorerst völlig unklar.

Mutmaßlicher Täter kehrte illegal nach Österreich zurück

Die Polizei hat den 34-jährigen Verdächtigen, der am Mittwochnachmittag einen Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn mit einem Messer getötet haben soll, als türkischen Asylwerber identifiziert. Es handle sich um einen in Vorarlberg geborenen Mann, gegen den nach zahlreichen kriminellen Delikten 2009 ein Aufenthaltsverbot erlassen wurde. 2010 reiste er aus, heuer kam er illegal zurück.

Niemand sonst gefährdet

Der Täter und das Opfer waren alleine im Büro. Die Tatwaffe wurde bereits sichergestellt, da der mutmaßliche Täter das Messer vor Ort liegen gelassen hat. Es wurden keine anderen Personen gefährdet. Der mutßmaßliche Täter war bereits amtsbekannt.

Zuvor verbale Auseinandersetzung 

Nach Angaben von Polizei-Pressesprecherin Susanne Dilp war der Täter am Nachmittag mehrmals bei der Bezirkshauptmannschaft vorstellig geworden. Am 7. Jänner stellte er einen Asylantrag. Der tödliche Streit mit dem Mitarbeiter drehte sich offenbar um dieses Anliegen. Dabei kam es auch zu verbalen Auseinandersetzungen. "Offenbar wurde das Anliegen des 34-Jährigen nicht so erfüllt, wie er es sich vorgestellt hat", sagte Dilp. Was den 34-Jährigen letztlich aber zum Zustechen veranlasste, blieb vorerst weiter unklar.

Das Opfer wurde bei der Attacke so schwer verletzt, dass es noch an Ort und Stelle verstarb. Die Identität des Getöteten wurde von der Polizei zunächst nicht bekanntgegeben. Sie kündigte aber weitere Informationen für Donnerstag an. 
 

Großfahndung erfolgreich

Sofort wurde eine Großfahndung eingeleitet, an der auch ein Hubschrauber beteiligt war. Etwa eine halbe Stunde nach der Tat wurde der Gesuchte im Bereich des Kulturhauses Dornbirn von einer Polizeistreife gefasst und festgenommen. Da sich der Verdächtige bei der Tat selbst verletzte, zog er laut Polizeiangaben, eine Blutspur bis zum Ort der Festnahme. Er wurde anschließend in das Landeskriminalamt nach Bregenz gebracht, wo die Ermittlungen aufgenommen wurden und eine erste Einvernahme anstand.
 
Die Ermittlungen wurden laut Dilp an das Landeskriminalamt übergeben, das mit der Einvernahme des 34-Jährigen unverzüglich am frühen Mittwochabend begann. Detailliertere Aussagen etwa zum Motiv des 34-Jährigen waren am Mittwoch aber nicht mehr zu erwarten. Der 34-Jährige sitzt beim Landeskriminalamt in Haft.
 

BH-Mitarbeiter schockiert

Die Bezirkshauptmannschafts-Mitarbeiter verließen nach der Tat in Gruppen das Gebäude. Sie sind tief schockiert und werden von einem Kriseninterventionsteam behandelt. Die Spurensicherung ist im Gebäude und untersucht den Tatort.  

Landeshauptmann Wallner tief bestürzt 

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) zeigte sich in einer ersten Reaktion "tief betroffen und bestürzt" und brach seine Brüssel-Reise unverzüglich ab, um nach Vorarlberg zurückzukehren. Das Land reagierte auf die tödliche Attacke mit einer Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen im Vorarlberger Landhaus und in den Bezirkshauptmannschaften. Alle Eingänge würden nun bereits von privaten Sicherheitsfirmen überwacht, hieß es.

Larissa Eckhardt

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