Fast keiner wollte Elfer schießen

Der Bayern-Jammer

Fast keiner wollte Elfer schießen

Zoff bei den Bayern: Warum wollte keiner einen Elfer schießen?

Der Schock über das verlorene „Finale dahoam“ sitzt bei den Bayern nach wie vor tief. Dass man als bessere Mannschaft gegen ein englisches Team im Elfmeterschießen den Kürzeren zog, macht die Pleite schlimmer als 1999. Damals verlor man durch zwei Tore in der Nachspielzeit gegen Manchester United. Jetzt kommen immer mehr Einzelheiten ans Tageslicht.

Eine davon: Keiner wollte einen Elfmeter schießen. Trainer Jupp Heynckes gibt zu: „Einige Spieler wollten nicht schießen. Man kann ja keinen verhaften, damit er zum Elfmeter antritt.“ Die Bayern-Stars hatten die Hosen voll.

Neuer zog sein Ding durch
Auffällig: Sogar Bayerns Goalie Manuel Neuer musste ran – und das nach heftigem Gestikulieren von der FCB-Bank. War er gar nicht vorgesehen? Neuer klärt auf: „Es war klar, dass ich schieße. Aber ich dachte, ich komme erst einen später dran.“ Immerhin – er hatte genug Mumm in den Knochen, um anzutreten.

Timoschtschuk, Robben und Co. hatten Schiss
Anders als Timosch­tschuk. Der bereits ausgewechselte Müller versuchte ihn dazu zu bewegen, anzutreten. Doch der Ukrainer wollte nicht. Müller schmiss frustriert eine Wasserflasche zu Boden.

Nummer-eins-Schütze Robben wollte ebenfalls nicht mehr. Er hatte ja in der Verlängerung einen Penalty vergeben. Ribéry war schon verletzt draußen, für ihn sprang Olić ein – und verschoss. Genau wie der letzte Bayern-Schütze Schweinsteiger.

Fehlendes Training
Pikant: Die Bayern hatten das Elfmeterschießen vorab nicht gesondert trainiert – ein fataler Fehler! Und Alaba fehlte. Er hatte in den Halbfinalspielen im DFB-Pokal und in der Champions League gegen Real jeweils den ersten Strafstoß verwandelt. Immerhin: Mit Claudio Pizarro steht ein Elfer-Spezialist ante portas. Schon Montag müssen die Pleite-Bayern wieder ran. In einem Freundschaftsspiel gegen Holland. Doch keiner hat Lust auf den Kick!

Deutsches Sieger-Gen ist weg
„Fußball ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, und am Ende gewinnt immer Deutschland“, hatte Gary Lineker einst gesagt. Doch das stimmt nicht (mehr)! Seit Bayerns Champions-League-Triumph 2001 haben deutsche Teams sieben Mal ein Finale erreicht – und alle verloren. Das Sieger-Gen ist weg! Bayern (zwei Mal) und Leverkusen scheiterten in der Königsklasse, Dortmund und Bremen in der Europa League. Dazu kommen die Endspielniederlagen der Nationalmannschaft bei der WM 2002 und bei der EM 2008.

Vielleicht klappt’s ja bei der kommenden Europameisterschaft!

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