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Kein Komatrinken

Kein Alk mehr unter 18

Große Mehrheit für das neue Jugendschutzgesetz im Vorarlberger Landtag. Nur die Grünen stimmten gegen die Verschärfung.

Der Handel und die Wirte in Vorarlberg müssen sich künftig warm anziehen. Gestern wurde im Landtag das neue Jugendschutzgesetz beschlossen. Ab 2008 dürfen keine harten Alkoholika mehr an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden, es gilt Ausweispflicht. Die neue Verordnung soll auch durch sogenanntes "Mystery Shopping" kontrolliert werden. Dabei sollen Kinder und Jugendliche im Auftrag der Exekutive versuchen, verbotenen Alkohol zu kaufen. Wirte und Händler, die sich nicht an die Verordnung halten, haben mit Konsequenzen zu rechnen. „Das ist per Gesetz beschlossen worden“, sagt ÖVP-Familiensprecherin Monika Reis. "Es geht dabei aber nicht um große Strafen, sondern um Bewußtseinsbildung." Geschäfte und Lokale sollen dazu angehalten werden, das Alter von jugendlichen Alko-Käufern genau zu kontrollieren.

Alleine im Vorjahr musten in Vorarlberg 80 Jugendliche mit Alkoholvergiftung in ein Spital eingeliefert werden. Heuer wurden österreichweit bereits mehr als 1.300 schwer betrunkene junge Leute ins Krankenhaus eingeliefert.

500 Euro Strafe
"Die Meldungen über das Komatrinken sind betrüblich. Es ist klar, dass was gemacht werden muss", meint dazu Olga Pircher, Familiensprecherin der SPÖ. Unter 18-Jährige, die mit Schnaps erwischt werden müssen ab 2008 mit bis zu 500 Euro Strafe rechnen. Entschließt man sich zu gemeinnütziger Arbeit, entfällt das Bußgeld. "Prävention ist hier sehr wichtig", so Pircher. Genau darauf wollen auch die Grünen setzen, die als einzige Partei der Gesetzesänderung nicht zustimmten. "Erfahrungen zeigen, dass die Probleme durch Gesetzesverschärfungen nicht geringer werden", meint die grüne Jugendsprecherin Karin Fritz. Im Durchschnitt greifen Kinder schon mit 12 Jahren erstmals zum Glas. "Hier ist Aufklärungsarbeit gefragt", so Fritz. "Leider gibt es da aber keine schnelle Lösung."

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