Wien bereitet sich auf einen der glamourösesten Abende des Jahres vor – und die Polizei auf einen der intensivsten Einsätze. Cobra-Beamte, Kriminaldienst und Streifenpolizei kontrollieren alles, was rein oder rausgeht. Demonstrationen und Sicherheitsbedenken begleiten die Ballnacht
Die Wiener Polizei hat am Mittwoch zusammen mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) Einblick in das Sicherheitskonzept für den bevorstehenden Opernball gegeben. Rund 400 zivile und uniformierte Beamte - unter anderem aus dem Streifendienst, dem Kriminaldienst sowie dem Verfassungsschutz - werden dort für die Sicherheit der mehr als 5.000 Gäste sorgen. Karner verwies vor diesem Hintergrund erneut auf die derzeit geltende zweithöchste Terrorwarnstufe in Österreich.
Zwar gebe es im Vorfeld des Opernballs keine konkrete Gefährdung, dennoch habe die allgemeine Lage "Einfluss auf die akribischen Vorbereitungen für den Opernball", wie Karner bei einem Lokalaugenschein am Vormittag sagte. Neben den Kräften der Landespolizeidirektion sind während der Ballnacht auch Spezialisten der Direktion für Spezialeinheiten wie Beamtinnen und Beamte des EKO Cobra und sprengstoffkundige Organe im Einsatz.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) mit Polizisten der Hundestaffel bei einem Lokalaugenschein zu den Sicherheitsmaßnahmen am Opernball.
Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan betonte, dass für den Opernball auch eine Durchsuchungsverordnung gelte, um bei Bedarf gefährliche Gegenstände aus dem Verkehr zu ziehen. "Wir rechnen aber nicht mit Leuten, die stören wollen, sondern mit Leuten, die den Abend genießen wollen", so Csefan. Für einen reibungslosen Ablauf werde die Staatsoper bereits vor dem Ball intensiv überwacht. Das betreffe unter anderem die Ein- und Ausgänge, Lieferanten sowie alle weiteren Personen, die in die Vorbereitungen involviert seien. "Wir kontrollieren genau, wer hinein- und hinausgeht und etwas hineinbringt", so Csefan. Dafür sei die Oper auch bereits von den Diensthunden der Polizei durchsucht worden.
800 Personen bei Marschkundgebung
Stadthauptmann Klaus Schachner betonte, dass für den heurigen Ball wieder auf das bewährte Einsatzkonzept vom vergangenen Jahr zurückgegriffen werde. "Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht", so Schachner. "Die notwendigen Sperrmaßnahmen werden so geplant, dass sie die Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig die Auswirkungen auf den Individual- und öffentlichen Verkehr möglichst gering halten und auch die angekündigten Demonstrationen werden selbstverständlich berücksichtigt", so Schachner.
Am Tag des Balls sind neben zwei Standkundgebungen auch eine Marschkundgebung mit 800 Personen angemeldet. Darauf sei man jedoch vorbereitet. Man rechne mit friedlichen Demonstrationen, hieß es auf dem Medientermin.