Brutaler Räuber: Lehre statt Knast

Justiz-Irrsinn

Brutaler Räuber: Lehre statt Knast

Ein verurteilter Räuber bekam Strafaufschub. Den nutzte er für den nächsten Überfall.

Wieder so eine Entscheidung der Justiz, die einen faden Beigeschmack hinterlässt. Nach einem bewaffneten Überfall auf einen Handyladen in Donaustadt ist Agonis A. angeklagt. Gemeinsam mit drei Komplizen soll der 17-Jährige Anfang Februar mit vorgehaltenem Nachbau einer Maschinenpistole sechs Smartphones erbeutet haben.

Das Unfassbare: Nur vier Monate zuvor war er wegen schweren Raubes zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits eine bedingte einjährige Haftstrafe auf seinem Konto. Bei einem Überfall war der Vater einer Schulkollegin ins Koma geprügelt worden, weil Agonis A. bei ihm gebunkertes Schwarzgeld vermutet hatte.

Statt Lehre lieber
die nächste Straftat

Doch ins Gefängnis musste der 17-Jährige nicht. Er bekam Strafaufschub, damit er eine Lehre absolvieren konnte. Stattdessen aber erklomm er die nächste Stufe auf seiner kriminellen Karriereleiter. Am 2. Februar wurde er im Donauzentrum von einem Albaner (26) angesprochen: „Hast du Lust auf einen Überfall und kennst du jemanden, der eine Waffe hat?“ Ihm fiel ein 18-jähriger Österreicher ein, der den gasbetriebenen Uzi-Nachbau besaß. Alle drei und ein weiterer Komplize spionierten das Handygeschäft aus. Vermummt und zusätzlich mit einem Hammer bewaffnet, bedrohten sie den Angestellten, zertrümmerten eine Vitrine und erbeuteten die iPhones im Wert von 3.310 Euro. Diesmal drohen bis zu 15 Jahre Haft – es gilt die Unschuldsvermutung.

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