258 Tote in China

Coronavirus: Schutzmasken jetzt auch in Wiener Luxus-Store

Immer mehr Tote in China und immer mehr Verdachtsfälle in Österreich. Bisher waren zwar alle negativ, aber die Angst vor dem Coronavirus macht sich auch hier breit.

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist um 45 auf insgesamt 258 gestiegen. Die neuen Todesfälle wurden am Samstag (Ortszeit) von den Behörden der am stärksten betroffenen Provinz Hubei gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden infizierten sich den Angaben zufolge außerdem 1.347 weitere Menschen in Hubei mit dem Virus.

Insgesamt haben sich fast 11.000 Menschen nach Angaben der chinesischen Behörden in Festland-China mit dem Erreger infiziert. Hinzu kommen mehr als Hundert Fälle in etwa 20 weiteren Ländern.

Und auch in Wien geht die Angst um. Immer mehr Menschen tragen Schutzmasken, um sich vor dem Virus zu schützen. Sogar im Luxus-Store sind sie zu sehen. Ein Foto zeigt eine Frau im Chanel-Store am Graben mit der Maske auf. Ob die Frau nur einkauft oder sogar dort arbeitet, ist nicht bekannt.

Erster Verdachtsfall in Vorarlberg

In Vorarlberg gibt es einen ersten Corona-Verdachtsfall. Die betroffene Person wurde isoliert, Blut- und Abstrichproben wurden zur Untersuchung an das Virologische Institut nach Wien geschickt, teilte das Land am Samstag in einer Aussendung mit. Laut Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher handelt es sich um eine Reiserückkehrerin aus China, die über die typischen Symptome klagte.

 Die junge Frau sei vorsorglich per Infektionstransport in das Landeskrankenhaus Hohenems eingeliefert und dort isoliert worden. Bisher handle es sich lediglich um einen Verdachtsfall, betonte Grabher. Beratungen der Kontaktpersonen hätten bereits stattgefunden. Mit einem Ergebnis der entnommenen Proben sei im Laufe des Sonntags zu rechnen.

Verdacht auch in Oberösterreich

Am Freitag hat sich bei einem Mann auch in Oberösterreich der Verdacht auf das Corona-Virus ergeben, wie das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage mitteilte. Er war von einer Reise aus Peking zurückgekehrt und wies Anzeichen einer Erkältung auf, sagte Oberösterreichs Landessanitätsdirektor Georg Palmisano am Samstag zur APA.

Da die Verdachtsfallkriterien von offizieller Seite ausgeweitet wurden, habe man entsprechende Maßnahmen veranlasst. Der Oberösterreicher liegt in einem Linzer Spital - abgeschirmt. Die Laborergebnisse sollen im Laufe des Nachmittags feststehen.

Erster Verdacht auch in Niederösterreich

Auch in Niederösterreich gibt es einen ersten Corona-Verdachtsfall. Ein Mann werde im Landesklinikum Mödling behandelt, teilte ein Sprecher der Landeskliniken-Holding am Samstag auf Anfrage mit. Entsprechende Tests würden laufen. Mit Ergebnissen werde am späten Nachmittag gerechnet.
 

Spanien bestätigte ersten Coronavirus-Fall

Am späten Freitagabend bestätigte das spanische Gesundheitsministerium den ersten Coronavirus-Fall des Landes. Es handelt sich um einen deutschen Touristen auf der Kanareninsel La Gomera, der Kontakt zu einem Infizierten in seiner Heimat gehabt habe. Insgesamt seien fünf Deutsche auf der Insel wegen Coronavirus-Verdachts unter Beobachtung.

Aus Deutschland wurden bisher sieben Fälle gemeldet, zwei davon wurden am Freitag bekannt. Sie alle stehen im Zusammenhang mit der Zentrale des Autozulieferers Webasto in Bayern, wo sich ein Mitarbeiter bei einer chinesischen Kollegin angesteckt hatte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief wegen der rasanten Ausbreitung des Virus am Donnerstagabend den internationalen Gesundheitsnotstand aus.

Einreiseverbot & Gesundheitsnotstand

USA riefen wegen des Coronavirus einen öffentlichen Gesundheitsnotstand aus. Ausländern, die sich in den vergangenen zwei Wochen in China aufgehalten haben, werde die Einreise verboten, erklärte US-Gesundheitsminister Alex Azar am Freitag. Ausnahmen gebe es für enge Familienmitglieder von US-Bürgern und Ausländer mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung. Die Anweisung gilt ab Sonntag.

US-Bürger, die sich in der chinesischen Provinz Hubei aufhielten, sollen zudem zwei Wochen lang unter Quarantäne gestellt werden. Reisende aus anderen Teilen Festland-Chinas werden Azar zufolge gebeten, sich freiwillig in Quarantäne zu begeben. Azar betonte, es handle sich dabei um "vorbeugende Maßnahmen", das Risiko in den USA sei gering. Alle Flüge aus China werden an sieben US-Flughäfen umgeleitet und dürfen nur noch am New Yorker JFK-Flughafen, in Chicago, San Francisco, Seattle, Atlanta, Honolulu und Los Angeles landen.

Zuvor hatten bereits mehrere Staaten Abschottungsmaßnahmen gegen China bekannt gegeben. Singapur und die Mongolei gaben bekannt, keine Chinesen oder Reisende aus China mehr ins Land zu lassen. Auch Österreich erhöhte seine Sicherheitsstufe und gab eine partielle Reisewarnung für die Krisenregion in China aus.

Seinerseits kündigte Peking an, alle ins Ausland gereisten Bewohner der besonders betroffenen Provinz zurückzuholen. Die deutsche Bundesregierung schickte am Freitag eine Bundeswehrmaschine nach Wuhan, um deutsche Staatsbürger auszufliegen.
 

Österreicher fliegen mit Franzosen nach Hause

Sieben Österreicher, die sich in der Krisenprovinz Hubei aufhalten, sollen mit einer französischen Maschine ausgeflogen und über Frankreich voraussichtlich am Sonntag nach Österreich zurückkehren. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) dankte in der Nacht auf Samstag der französischen Regierung "für die exzellente Kooperation. Das ist gelebte europäische Zusammenarbeit!"

In Österreich gibt es bisher keinen bestätigten Fall: Für einen siebenten Verdachtsfall in Wien gab es ebenso eine Entwarnung wie für einen Verdachtsfall in Kärnten. Offen waren noch zwei weitere Corona-Verdachtsfälle in Salzburg. Das Paar wurde aus Sicherheitsgründen auf die Isolierstation der Salzburger Landesklinik gebracht.

 



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