Er war ein Jahrhundert-Journalist
Das Gewissen der Nation ist tot
Erst vor wenigen Wochen rief ich Hugo Portisch an, seine Stimme klang schwach:
„Ich bin nur ein wenig müde“, sagte er. Ich fragte ihn, wie seine Impfung gewesen ist, die er an seinem Geburtstag erhalten hat: „Ich habe nichts gespürt, es ist sehr rasch gegangen, mir geht es gut“, meinte er.
Portisch hat Werbung gemacht für die Impfung gegen Corona, als Testimonial: „Die Wahrheit ist doch“, erklärte er, „dass uns dieses Virus im Griff hat.“ Deshalb auch sein Aufruf, sich impfen zu lassen: „Wir müssen das Leben mitgestalten, Verantwortung übernehmen.“
„Waffe Wahrheit“. So war Portisch. Ein journalistischer Held: „Nichts ist schärfer als die Wahrheit“, war sein Leitsatz. Klarheit sein Antrieb. Er war Österreichs Gewissen, der Erklärer der Nation, er prägte unser Geschichtsbewusstsein. Ein Jahrhundertjournalist. Er wusste selbst auf komplexeste Themen klare Antworten.
Mit Serien wie Österreich I (1989) und Österreich II (1981–1995) sezierte er die Nation. Er schrieb Dutzende Bücher, war nie Oberlehrer, sondern scharfer Beobachter. Er pendelte zwischen Wien und der Toskana, wo er ein Haus hatte. Mit seiner Ehefrau Traude, Autorin zahlreicher Kinderbücher, war er seit 1946 verheiratet. Sie starb 2018. Jetzt folgte er. Portisch fehlt schon jetzt. Wie kaum ein anderer.
Testimonial für die Initiative „Österreich impft“
Über die „Geißel Corona“ sagte Portisch zuletzt: „Ob wir das Virus besiegen können, hängt stark davon ab, ob sich die Menschen impfen lassen. Deshalb rufe ich alle auf, sich impfen zu lassen. Wir müssen das Leben mitgestalten und Verantwortung übernehmen.“
Seine zweite Dosis Biontech-Pfizer erhielt der Ausnahme-Journalist am 19. Februar an seinem 94. Geburtstag im Rotkreuz-Zentrum in Wien. Er war von der Impfung im Kampf gegen Corona überzeugt: „Ich weiß, was die Impfung für mich und die Gesellschaft bedeutet.“
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