Jour fix

Drogen-Hotspot U6: Bezirke wollen bei Sicherheitsgipfeln mitreden

Laut einer Anfragebeantwortung beraten diverse Fachstellen regelmäßig über die Sicherheitslage beim Jedmayer in Mariahilf. Die ÖVP fordert nun eine Einbeziehung der Bezirke in diese Termine zur Abstimmung konkreter Maßnahmen vor Ort. 

Der Fritz-Imhoff-Park in Mariahilf wird derzeit eingezäunt und in der Nacht abgesperrt. Es ist die erste Maßnahme der neuen Mariahilfer Bezirkschefin Julia Lessacher (SPÖ) gegen die Zustände im leidgeprüften Viertel rund um die Drogenberatungseinrichtung Jedmayer.

Die Situation rund um das Suchthilfezentrum und die nahegelegene U6-Station Gumpendorfer Straße gilt seit Jahren als untragbar. Der Bezirk hat ordentlich Druck gemacht und ein Alkoholverbot im gesamten Stationsbereich gefordert. Zusätzlich soll ein permanenter Sicherheitsdienst der Wiener Linien direkt in der Station für Ordnung sorgen und als Abschreckung dienen.

ÖVP: Bezirke müssen eingebunden werden

Während im Park die Pfosten für den Zaun gesetzt werden, fliegen auf politischer Ebene die Fetzen. Wie aus einer aktuellen Anfrage an Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) hervorgeht, findet alle sechs Wochen ein Sicherheits-Jour-fixe statt. Dabei sitzen die Suchthilfe Wien, die Polizei, die Wiener Linien, die Magistratsabteilung 42 sowie die aufsuchende Jugendarbeit an einem Tisch, um ein gemeinsames Lagebild zu erstellen und konkrete Maßnahmen abzustimmen. Die Bezirke sind aber nicht eingebunden. "Das ist für uns völlig unverständlich und inakzeptabel", kritisiert Gerhard Hammerer, Bezirksparteiobmann der ÖVP Mariahilf.

Auch Felix Ofner, ÖVP-Obmann aus dem benachbarten Rudolfsheim-Fünfhaus, warnt vor einer Politik über die Köpfe der Menschen hinweg. "Gerade die beiden betroffenen Bezirke sind tagtäglich mit den Auswirkungen der Situation vor Ort konfrontiert und stehen in direktem Austausch mit den Anrainerinnen und Anrainern. Wer über Sicherheit und Maßnahmen rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße spricht, darf die Bezirke nicht einfach außen vor lassen“, so Ofner.

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