Rauchverbot Wien

Erste Bilanz des neuen Gesetzes

Rauchverbot: Schon 1.161 Kontrollen

Zehn Tage Rauchverbot. Die erste Bilanz zeigt die Ausmaße des neuen Gesetzes.

Zehn Tage ist das Rauchverbot in Österreich bereits alt. Für die Betreiber der Nachtlokale ist es nach so kurzer Zeit bereits fatal. 20 Prozent Rückgang gibt es bei ihren Umsätzen. „Bei der ersten Zigarette vor dem Lokal entscheiden sich viele Gäste nach nur einem Getränk, gleich nach Hause zu gehen“, schildert Stefan Ratzenberger, Sprecher der Nachtgastronomen, das Problem.

Disco sperrt zu

Eine Disco in Linz wird bis Ende des Jahres ihre Tore schließen. „Die Betreiber wollen nicht mehr darauf warten, bis es Anzeigen hagelt“, sagt Ratzenberger. „Ich rechne damit, dass noch weitere Lokale dazukommen.“ Etliche Betreiber hätten bereits Briefe von Hausverwaltungen bekommen, mit der Bitte, dass sie auf den Lärm und Müll vor der Tür achten sollten. „Auch da spitzt sich die Lage zu“, sagt Ratzenberger.

Das Wiener Marktamt arbeitet indes weiter. Bisher wurden mindestens 1.161 Betriebe kontrolliert. „Acht Wirte wurden angezeigt“, sagt der Pressesprecher des Wiener Marktamtes, Alexander Hengl. Die Anzeigen liegen bei den Bezirksämtern. „Bei diesen acht Betrieben handelt es sich um Restaurants, aber auch Nachtlokale und einen Gastrobetrieb in einem Fitness-Center“, sagt Hengl.

Ob es Verwarnungen gibt oder bereits erste Strafen ­hagelt, ist noch unklar. Bis Ende des Jahres sollen 5.000 Betriebe in Wien kontrolliert werden. Der Rest im kommenden Jahr.

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Aus für Shisha und Tabak
× Aus für Shisha und Tabak

Hälfte aller Shisha-Bars muss zusperren

Besonders leiden unter dem Rauchverbot die Shisha-Bars. Laut dem Obmann der Shisha-Bar-Vereinigung Österreich, Jakob Baran, hätten diese bereits einen Umsatz-Rückgang von bis zu 95 Prozent. „Ich rechne damit, dass von den österreichweit 491 Shisha-Bars bis Ende des Jahres die Hälfte schließen muss“, sagt Baran. Die Lage sei nach so kurzer Zeit bereits dramatisch. „Ich habe mehrere Lokale besucht, alle waren leer“, erklärt er. Mitarbeiter wurden auch schon gekündigt.

Die wenigsten Betreiber könnten abwarten, bis die zweite Klage durchgebracht sei. „Wir haben keine Zeit mehr. Die Politik muss handeln. Hier stehen viele Existenzen auf dem Spiel.“



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