Sonderschau

Donauinsel kehrt als Riesenmodell ins Wien Museum zurück

Die Donauinsel zeigt sich in Wien plötzlich im Kleinformat und doch mit großer Wirkung. Ein aufwendig restauriertes Modell von 1979 wird im Wien Museum wieder aufgebaut und erzählt von einem Projekt, das einst heftig umkämpft war 

Die Errichtung der Donauinsel ist in vollem Gang: Im Wien Museum wird derzeit eine Miniaturausgabe des beliebten Freizeitareals aufgebaut. Es handelt sich dabei um ein Modell, das 1979 in einer Ausstellung zu sehen war, die das in Bau befindliche Großprojekt präsentierte. Für die kommende Woche beginnende Sonderschau zur Donauinsel im Wien Museum wird das Exponat nach umfangreicher Restaurierung nun erneut gezeigt. Die Dimensionen sind auch im Kleinformat beachtlich.

Martina Nußbaumer und Restauratorin Marina Paric mit dem elf Meter langen Modell der Donauinsel.

Martina Nußbaumer und Restauratorin Marina Paric mit dem elf Meter langen Modell der Donauinsel.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Rund elf Meter ist das Modell lang. Im Maßstab 1:2.000 wurde das beliebte Erholungsgebiet samt des umgebenden Donauraums nachgebaut. Gezeigt wurde es im Messepalast, dem heutigen Museumsquartier. Die Insel befand sich damals bereits im Bau. Die verkleinerte Variante gab einen Ausblick auf die Zeit nach der Fertigstellung.

PR-Initiative für umstrittenes Projekt

Damit sollte ein positives Image erzeugt werden, wie Kuratorin Martina Nußbaumer im Vorfeld der kommenden Inselausstellung erläuterte. Denn das teure Vorhaben, das in erster Linie dem Hochwasserschutz dienen sollte, war keinesfalls unumstritten. Begleitet war die damalige Präsentation von umfangreichen PR-Maßnahmen wie Pressekonferenzen und Werbematerialien. Das Modell sollte nicht zuletzt jene Kritiker beruhigen, die eine Verbauung des Geländes befürchteten.

Das Ergebnis ist auch heute noch aktuell. Regelmäßige Besucher des Eilands werden zahlreiche Details wiedererkennen. Verändert hat sich vor allem die Umgebung. So fehlt die erst in den darauffolgenden Jahren entstandene Hochhausskyline in der Donau City. Auch das Kraftwerk Freudenau gab es damals noch nicht.

600 Stunden flossen in Restaurierung

Das sich über 15 Spanplatten erstreckende Inselmodell wird nun zum ersten Mal nach der Premiere 1979 wieder gezeigt. Die jahrzehntelange Einlagerung hinterließ jedoch ihre Spuren. Wie Restauratorin Marina Paric erläuterte, sind bereits rund 600 Stunden Arbeit in das Objekt geflossen. Nötig war etwa eine umfangreiche Reinigung.

Die aus Styropor bestehenden Gebäude sowie Holzperlen, die als Bäume dienten, mussten zum Teil renoviert, ergänzt bzw. überhaupt neu modelliert werden. Die Miniaturwelt fällt durchaus mit Liebe zum Detail auf. So sind Donau und Entlastungsgerinne ("Neue Donau") so wie in der Realität in unterschiedlichen Blautönen gefärbt, wobei das Wasser mit Plexiglas dargestellt ist.

Sein Comeback erlebt die Konstruktion bei der Ausstellung "Die Donauinsel - 21 Kilometer Freiraum", die vom 26. März bis zum 30. August im Wien Museum am Karlsplatz zu sehen ist. Beleuchtet werden dort sowohl Geschichte als auch Gegenwart des Areals. Auch auf die wichtige ökologische Bedeutung des Naturraums soll in der gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur konzipierten Schau verwiesen werden.

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