Gerichtsurteil

Prozess wegen Körperverletzung

Falsche Beauty-Ärztin fand Opfer auf Instagram

Teilen

Verstümmelte Nasen, entstellte Lippen: Eine 25-Jährige mimte Beauty-Ärztin. 

Wien. Der Wunsch nach der perfekten Nase und dem verführerischen Schmollmund ließ jede Vorsicht vergessen: Im Dutzend meldeten sich Frauen über Instagram bei einer „Schönheitschirurgin“, die als „Frau Doktor“ in ihrer Wohnung in Wien-Hernals „ordinierte“ und ästhetische Eingriffe vornahm. Nicht einmal das fast jugendliche Alter (25) der Beauty-Ärztin machte die Kundinnen stutzig.

Erst als sich operierte Nasen plötzlich irreparabel schwarz färbten und Lippen nach Botox-Spritzen wie Schlauchboote aussahen, flog die Bosnierin auf. Am Dienstag stand sie wegen Körperverletzung, Betrugs und Kurpfuscherei vor dem Straflandesgericht. Verteidigt von den Top-Anwälten Philipp Wolm, Elmar Kresbach und Michael Dohr.

Unzufriedene Kundin im Internet bedroht

Von Richterin Julia Matiasch zu ihrer Qualifikation befragt, sagte die 25-Jährige, die 750 Euro Honorar pro Eingriff verlangte: „Ich wollte immer Heilpraktikerin werden.“ Als Mindestalter für ein Studium sei aber die Vollendung des 25. Lebensjahres gewesen. Daher habe sie auf Basis von bereits vorhandenem Wissen „im ästhetischen Bereich“ in Polen einen Kurs absolviert und sich zur „Kosmetologin“ ausbilden lassen: „So ein Kurs dauert zwei, drei Tage. Man muss sich da eingehend damit beschäftigen. Sonst wird das nix“, so die Angeklagte.

Der falschen Ärztin werden neben Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen auch eine gefährliche Drohung vorgeworfen. Als eine Kundin auf Insta­gram vor der 25-Jährigen warnte, konterte diese auf WhatsApp: „Aber der Tag kommt, meine schwarzhaarige Barbie, und du wirst sehen, wie Knochen brechen. Ich werde deine schiachen Zähne raushauen und die an dich verfüttern.“ Das Urteil soll im März fallen, es gilt die Unschuldsvermutung.
 

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten
OE24 Logo