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Kein Geld in der Stadtkassa für Brücke im Gewerbepark Stadlau

Auf langjährigen Wunsch der Donaustädter Bevölkerung hätte heuer eine Fuß- und Radverbindung zwischen dem Quartier Marlen-Haushofer-Weg, dem Gewerbepark Stadlau und dem künftigen Stadtentwicklungsgebiet Süßenbrunner West errichten sollen. Doch daraus wird jetzt vorerst nichts.

Die Stadt Wien zieht beim Bau der 700 Meter langen Rad- und Fußgängerbrücke über den Gewerbepark Stadlau die Notbremse. Das Projekt sollte eigentlich heuer im Sommer starten und die mühsamen Umwege für die Bewohner in der Donaustadt beenden. Jetzt herrscht bei den Anrainern große Enttäuschung, weil die versprochene Abkürzung noch ein ferner Traum bleiben wird.

Kein Geld in der Stadtkassa für Brücke im Gewerbepark Stadlau
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Kein Geld für den Lückenschluss

Aus budgetären Gründen wird es aktuell keinen Baustart für die Brücke über den Gewerbepark Stadlau geben, teilt die MA 29 auf Anfrage des ORF mit. Das Vorhaben war mit rund 28 Millionen Euro veranschlagt und hätte als entscheidendes Teilstück zwischen dem Kagraner Platz und der Seestadt gedient. Zwar wurden im Jänner bereits erste Probebohrungen durchgeführt, doch nun wandern die Pläne erst einmal zurück in die Schublade der Stadtverwaltung. Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass eine Weiterführung angestrebt wird, sobald die Rahmenbedingungen das wieder zulassen.

Politische Schuldzuweisungen nach Absage

In der Wiener Stadtpolitik sorgt der Baustopp für hitzige Debatten über Versäumnisse aus der Vergangenheit. Die MA 29 sieht die Ursache darin, dass beim Bau der Straßenbahnbrücke unter der ehemaligen Stadträtin Maria Vassilakou (Grüne) keine Spur für Fußgänger vorgesehen wurde. Dem halten die Grünen entgegen, dass die Planungen für die Linie 26 schon im Jahr 2006 begannen, als sanfte Mobilität noch kaum ein Thema war. Leider hatten der Rad- und Fußverkehr damals noch eine sehr geringe Priorität und wurden beim Bau der Straßenbahnbrücke nicht mitgedacht, sagt Heidi Sequenz von den Wiener Grünen. Für die Menschen vor Ort bezeichnet sie das Aus als eine Katastrophe.

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