Das riesige Mural auf der Döblinger Hochhausruine wurde am Donnerstag offiziell präsentiert. Die Location ist Teil des Off-Stage-Programms rund um den Eurovision Song Contest in Wien.
In Wien ist nun das nach Angabe der Initiatoren größte Wandgemälde des Landes zu bewundern. Der spanische Künstler Okuda San Miguel hat das ehemalige APA-Hochhaus in Döbling verziert. Für das aus abstrakten Motiven bestehende bunte Mural wurden 800 Liter Farbe auf die Fassade aufgebracht. Die Location ist nun Teil des Off-Stage-Programms des Song Contests. Zugleich markiert die weithin sichtbare Gestaltung auch den Startschuss für die weitere Entwicklung des Areals.
Der 52 Meter hohe Turm in der Gunoldstraße wurde Anfang der 1970er Jahre seiner Bestimmung übergeben. Das Internationale Pressezentrum (IPZ) - so lautete die offizielle Bezeichnung des Gebäudes - war bis 2005 der Sitz der Austria Presse Agentur. Seit der Übersiedlung der APA nach Mariahilf steht das Haus leer. Inzwischen wurde das Gelände eingezäunt und mit Holzplanken verbarrikadiert.
800 Liter Farbe
Jetzt wurde die Ruine vorübergehend aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Das Wandgemälde "In Equality" erstreckt sich auf einer Seite des Turms über eine Fläche von 1.100 Quadratmetern. Realisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit von Stadt, dem Grundstückseigentümer Buwog und der Wiener Streetart-Organisation Calle Libre. Drei Wochen lang wurde dem Haus mit 800 Litern Farbe - und 830 Spraydosen - zu Leibe gerückt.
Das Bild solle ein visuelles Manifest darstellen, das für Buntheit, Toleranz und Offenheit steht, hieß es am Donnerstag anlässlich der Präsentation mit Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Fertiggestellt wurde das Werk pünktlich zum Start der ESC-Woche. Besucherinnen und Besucher können der Gunoldstraße im Rahmen von Führungen einen Besuch abstatten.
In den nächsten Jahren soll auf dem Areal noch weit mehr entstehen als nur ein Wandgemälde. Das Grundstück sowie umliegende Flächen werden zu einem Stadtentwicklungsgebiet. Auf 2,5 Hektar sind Wohnungen, Gewerbe- bzw. Betriebsflächen sowie Grünraum vorgesehen.
Zukunft des Hochhauses offen
Details zu den Planungen gibt es noch nicht. Zunächst müsse das städtebauliche Leitbild beschlossen werden, erläuterte Andreas Holler, der Geschäftsführer der Buwog. Das Unternehmen hat das Hochhaus kürzlich von einer Signa-Projektgesellschaft erworben. Die Zukunft des Turms ist ebenfalls noch offen. Es sei nicht ausgeschlossen, ihn zu revitalisieren und wieder zu nutzen, erläuterte er. Aber auch ein Rückbau bzw. Abriss ist laut Holler möglich.