Lobautunnel: Gerüchteküche bringt Politik in Wallung

Sorgen wegen Gewessler-Neins mehren sich

Lobautunnel: Gerüchteküche bringt Politik in Wallung

Die ÖVP und die Wirtschaftskammer sind bereits in Alarmbereitschaft.

Wien/NÖ. Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) hatte das Evaluierungsende des derzeit für die Asfinag gestoppten S1-Außenring-Projekts samt Lobautunnel für den Herbst angekündigt. Das hält. Und es brodelt.

Rätsel Nr. 1. Die Ministerin sorgte bisher für Spannung. Einblicke in den Expertenkreis, der die Evaluierung durchführt, gab es in den letzten Monaten keine. Zuletzt wurde ein „grüner Touch“ kolportiert. Etwa, dass auch Verkehrswissenschafter Harald Frey von der TU Wien beteiligt sei. Ein ausgewiesener Lobautunnel-Gegner. Wäre das so, hätte man ein Compliance-Problem. Frey wurde von Gewessler 2020 in den Asfinag-Aufsichtsrat bestellt. „Deswegen war er nicht dabei“, betonte ihr Büro.

Rätsel Nr. 2. Wer an Bord ist, das wurde nicht beantwortet. Nur so viel: „Ministerium, Asfinag (offensichtlich ohne Frey) und das Umweltbundesamt waren involviert.“ Namen soll es bei der Vorstellung der Ergebnisse geben.

Knall. Die könnten für ein Beben sorgen. Gerüchteweise könnte die Evaluierung ergeben, dass die Realisierung des 1. Streckenabschnitts (Süßenbrunn bis Groß-Enzersdorf mit Seestadt-Spange) fixiert werden soll, der 2. Abschnitt mit dem Lobautunnel bis Schwechat aber nicht. Das würde bedeuten, dass der Transitverkehr weiter mitten durch Wien rollt.

Unruhe? Die SPÖ handelt das auffällig gelassen ab – ähnlich wie sie seit Monaten mit den Baustellenbesetzern in der Donaustadt umgeht. Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck wurde direkter: „Allle rechtlichen Möglichkeiten werden geprüft, sollte das Projekt nicht im Ganzen kommen.“

ÖVP-Wien-Klubobmann Markus Wölbitsch raunte: „Eine etwaige Ablehnung des Lobau-Tunnels wäre völlig verantwortungslos und würde die wirtschaftliche und verkehrspolitische Entwicklung der Stadt aufs Spiel setzen.“

(ogo)



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