Das immersive Johann-Strauss-Museum am Wiener Naschmarkt stellt den Betrieb ein und meldet Insolvenz an.
Der Grund liegt aus Betreibersicht in "gravierenden, seit Jahren ungelösten Mängeln am Standort". Das Museum konnte laut Aussendung seit Eröffnung im November 2024 "buchstäblich nicht gesehen werden": Eine dauerhaft verhüllte Fassade, "verursacht durch eine vom Liegenschaftseigentümer verschleppte Denkmalschutzauflage", habe es über lange Zeit unsichtbar gemacht.
Trotz privater Investitionen von mehr als zwei Millionen Euro "und eines international beachteten digitalen Ausstellungskonzeptes zum Johann-Strauss-Jahr 2025" sehe man sich zu diesen Schritten gezwungen. Während die Stadt mehrfach Bereitschaft signalisierte, den Fortbestand von "Johann Strauss - New Dimensions" als Vermittler zu unterstützen, "blieben seitens des Vermieters zentrale Entscheidungen aus", betonte die Ostrich Eventagentur.
Eine vom Bundesdenkmalamt vorgeschriebene Fassadensanierung hätte der Aussendung vom Montag zufolge längst abgeschlossen sein können. Stattdessen sei nach einem provisorischen Gerüstabbau erklärt worden, es seien "neue rechtliche Fragen" aufgetaucht, weshalb keine Angaben zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung möglich seien. "Diese Haltung führt zu einer Endlosschleife aus Baustellen, Gerüsten und Verzögerungen – und letztlich zu einem Zustand, der einen regulären Museumsbetrieb faktisch unmöglich macht", hieß es seitens der Betreiber.
Keine öffentliche Förderung
Die Schließung sei "völlig vermeidbar gewesen" und liege "nicht an mangelndem Interesse". Sie sei vielmehr "die Konsequenz struktureller Untätigkeit und fehlender Verantwortungsübernahme durch den Liegenschaftseigentümer".
Ein von der Wien Holding erwogener Einstieg in die Gesellschaft erfolgte nicht, hieß es in einer Pressemitteilung des Creditreforms als staatlich bevorrechteter Gläubigerschutzverband. Das Museum habe keine öffentliche Förderung erhalten. Dem Unternehmen seien aus dem Zustand des Gebäudes nicht vorhersehbare Probleme bei der Errichtung und Führung des Museums entstanden. Betroffen sind demnach rund zehn Gläubiger, die Höhe der Verbindlichkeiten beträgt etwa 2,7 Millionen Euro.