Waris Urteil Hundebesitzerin Wien

Waris von Rottweiler totgebissen

Nur sechs Monate Haft für tödlichen Hundebiss

Ein Kind starb im Vorjahr nach einer Bissattacke. Die Hundehalterin stand gestern vor Gericht.

Der Fall schockierte das ganze Land und führte zu einer Verschärfung für Hundehalter: Waris († 1) war am 10. September 2018 mit seinen Großeltern in der Nachbarschaft in Wien-Donaustadt spazieren gewesen, als er plötzlich von einem Rottweiler angefallen wurde. Der Hund biss dem Kleinkind in den Kopf. Die schweren Verletzungen überlebte der 1-Jährige nicht. Am Montag wurde die Hundehalterin W. (49) (nicht rechtskräftig) wegen grob fahrlässiger Tötung zu einer sechsmonatigen Haft- und einer zwölfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Trotz früherer Angriffe: Hund trug keinen Maulkorb

Wie sich herausstellte, war die 49-Jährige zum Zeitpunkt der Attacke betrunken gewesen (1,4 Promille). Es war zudem nicht das erste Mal, dass ihr drei Jahre alter Rüde Menschen anfiel. Nachbarn berichteten gegenüber ÖSTERREICH vom aggressiven Verhalten. Einmal biss der Hund sogar einen Menschen in den Hals. Einen Beißkorb legte W. trotzdem nicht an. Nach der Bissattacke wurde der Rottweiler eingeschläfert. Vor Gericht gab die Angeklagte reumütig zu, abgelenkt gewesen zu sein. Es sind Worte, die der Familie von Waris keinen Trost spenden werden. Ihnen sprach das Gericht 65.000 Euro Schmerzensgeld zu.

Verschärfung

Der Fall führte zu einer wienweiten Verschärfung der Vorschriften für Listenhunde. Bei einem Spaziergang mit Rottweilern, Bullterriern usw. darf der Halter nicht mehr als 0,5 Promille aufweisen. Eingeführt wurde auch die Maulkorb- und Leinenpflicht an öffentlichen Orten. Außerdem muss eine Prüfung – zwei Jahre nach dem verpflichtenden Hundeführschein – abgelegt werden. (lae)

Video zum Thema: Toter Waris: Das sagt Opfer-Anwältin Astrid Wagner

Opfer-Anwältin Wagner: "Halterin lallte nach dem Vorfall"

ÖSTERREICH: Thema der Verhandlung war das fahrlässige Verhalten der Halterin.

Astrid Wagner: Die Alkoholisierung war ganz schlimm. Dieser Hund hatte schon zuvor zugebissen, hätte daher in diesem Fall einen Maulkorb tragen müssen. Die einschreitende Polizistin hat nach dem Vorfall geschildert, dass die Halterin gelallt hätte. Sie wollte sich auf einen falschen Alkohol-Test der Behörden ausreden. Laut einer Zeugin ist die Frau eigenartig mit ihrem Hund umgegangen. Sie hat ihn zuvor angeschrien.

ÖSTERREICH: Sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen angemessen?

Wagner: Ich bin der Meinung, dass das Gesetz angemessen ist. Es ist zuletzt auch verschärft worden. Was ich aber glaube, ist, dass die Kontrollen verschärft werden müssen.

ÖSTERREICH: Das Problem ist doch häufig, dass die Menschen die Tiere nicht unter Kontrolle haben.

Wagner: Das Problem liegt immer am anderen Ende der Leine. Gefährliche Hunde werden häufig von Menschen gehalten, die nicht geeignet sind, die offensichtlich ihr Ego auf­polieren müssen. Und wenn ein Tier nicht artgerecht gehalten wird, wird es eben aggressiv – bei einem Rottweiler hat das dramatische Folgen.

Wien: Aktion scharf gegen Kampfhunde

Der tragische Tod des kleinen Waris hat – in einem Bundesland – zu strengeren Hundehalter-Gesetzen geführt. Seit 19. Februar 2019 gelten in Wien zahlreiche Neuerungen (zusätzlich zum Hundeführschein für gefährliche Rassen):

  • Listenhunde dürfen nur mit Maulkorb und Leine in die Öffentlichkeit.
  • Alkoholgrenze: 0,5 Promille gelten beim Gassi-Gehen.
  • Hundeführschein: Unabhängig von der Rasse wird für bissige Hunde ein Hundeführschein zur Pflicht.

Polizei und Stadt Wien starteten gestern auf der Donauinsel eine Aktion scharf. Zwei Wochen lang wird an Hotspots (Donaukanal, Laaerberg) verstärkt kontrolliert, ob die neuen Regeln auch eingehalten werden.

Liste der Kampfhunde:

1. Rottweiler

2. Pitbullterrier

3. Bullterrier

4. Staff. Bullterrier

5. American Staff.

6. Mastino Nap.

7. Español

8. Dogo Argent.

9. Bullmastiff

10. Tosa Inu



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