Anrainerparken

Parkplatzmangel in Döbling sorgt für neuen Streit um Radweg

Die Parkplatzsuche im Döblinger Krim-Viertel wird für viele Bewohner zunehmend zur Geduldsprobe. Neue Zahlen zeigen eine extrem hohe Auslastung der Stellplätze in den Abendstunden. Der umstrittene Radweg in der Krottenbachstraße sorgt damit erneut für politischen Streit im Bezirk. 

Wer am Abend im Krim-Viertel in Döbling einen Parkplatz sucht, braucht Geduld. Eine aktuelle Stellplatz- und Auslastungserhebung zeigt eine fast vollständige Belegung der Parkplätze im Bereich der Saileräckergasse. Am Vormittag liegt die Auslastung noch bei rund 77 Prozent. Am Abend steigt der Wert deutlich. Gegen 20 Uhr sind bereits mehr als 96 Prozent der Plätze belegt, gegen 22 Uhr erreicht die Auslastung fast 98 Prozent.

Der Zweirichtungsradweg entlang der Krottenbachstraße hat den ohnehin extremen Parkplatzdruck laut Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP) "massiv verschärft" und verdränge diesen nun in die angrenzenden Wohnstraßen. 

Bereits eine städtische Studie aus dem Jahr 2021 hat für die Krottenbachstraße eine Abendauslastung von bis zu 94 Prozent gezeigt. Genau in diesem sensiblen Abschnitt wurden dennoch rund 100 Stellplätze geopfert, insgesamt sind entlang der Krottenbachstraße sogar über 200 Parkplätze weggefallen. 

Streit um Folgen des Radwegs

Besonders problematisch sei, dass dieser Druck vor allem abends und nachts auftritt – also genau dann, wenn Anrainerinnen und Anrainer nach Hause kommen. "Es handelt sich nicht um Pendler oder Kurzparker, sondern um Menschen, die hier im Grätzl wohnen. Daher würde auch eine geplante Anwohnerparkzone keine Wirkung zeigen", betont Resch.  Alle Döblinger mit Parkpickerl wären berechtigt diese geplante Anwohnerparkzone zu benutzen. 

Der Radweg Krottenbachstraße war für Bezirksvorsteher Daniel Resch eine

Der Radweg Krottenbachstraße war für Bezirksvorsteher Daniel Resch eine "massive Fehlentscheidung".

© ÖVP Wien

Trotz dieser bekannten Fakten haben SPÖ, Neos und Grüne den Radweg gegen den klar geäußerten Willen der Bevölkerung "durchgedrückt", kritisiert der Bezirkschef. 72 Prozent der Anrainerinnen und Anrainer hätten sich in einer Umfrage gegen dieses Projekt ausgesprochen. "Diese Bedenken wurden ignoriert – die Folgen tragen nun die Bewohnerinnen und Bewohner", sagt Resch. 

SPÖ verteidigt Radweg 

Die Bewertung der Situation fällt im Bezirk unterschiedlich aus. Die stellvertretende Bezirksvorsteherin Mahboobeh Bayat (SPÖ) sieht im Radweg vor allem einen Sicherheitsgewinn. Bayat betont außerdem, dass die Parkplatzsituation im Gebiet bereits vor dem Bau stark angespannt gewesen sei. Als mögliche Maßnahme sieht die SPÖ eigene Parkbereiche für Anrainer, deren Umsetzung im Bezirk geprüft werden soll. Die Verkehrspolitik rund um die Krottenbachstraße bleibt damit ein politischer Streitpunkt im Bezirk. Für viele Bewohner gehört die Suche nach einem freien Parkplatz inzwischen zum Abend.

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