Die derzeit in Österreich geführte Debatte über eine mögliche Verlängerung des Grundwehrdienstes würde auch den Zivildienst betreffen. Bezirksvorsteher Georg Papai sieht darin eine Chance, eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe stärker zu unterstützen: mehr Schülerlotsen.
Floridsdorf ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Mit dem Wachstum hat auch der Verkehr im Bezirk zugenommen. Für viele Kinder bedeutet das, dass der täglicher Weg zur Schule anspruchsvoller wird.
In Österreich läuft derzeit eine Debatte über eine mögliche Verlängerung des Grundwehrdienstes. Eine solche Änderung würde auch den Zivildienst betreffen. Für Floridsdorfs Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) ergibt sich daraus eine konkrete Forderung. "Wenn es schon zu einer Verlängerung des Wehrdienstes und damit auch des Zivildienstes kommen soll, dann fordere ich mehr Schülerlotsen für unsere Schulwege", sagt Papai.
Heute übernehmen vor allem Zivildiener sowie engagierte Freiwillige aus den Elternvereinen diese Aufgabe. Gerade an stark frequentierten Straßen stoßen diese Initiativen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Elternvereine im Bezirk wünschen sich daher mehr amtliche Schülerlotsen, die regelmäßig im Einsatz stehen.
Floridsdorf investiert seit Jahren
Sichere Schulwege gehören seit Jahren zu den zentralen Themen im Bezirk. Aus dem Floridsdorfer Bezirksbudget fließen jährlich zwischen 150.000 und 200.000 Euro in Maßnahmen zur Schulwegsicherung.
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Dazu zählen neue Schutzwege, Fahrbahnaufdopplungen und bauliche Verbesserungen der Sichtachsen. Diese Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass sich Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer frühzeitig wahrnehmen können. "Bauliche Maßnahmen sind wichtig, aber sie ersetzen nicht die Aufmerksamkeit und Unterstützung durch Menschen vor Ort", erklärt Papai.
Unterstützung für Kinder beim Schulstart
Neben baulichen Maßnahmen setzt der Bezirk auch auf Information und Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Rund 3.000 Kinder starten jedes Jahr in Floridsdorf ins erste Schuljahr. Alle Schulanfängerinnen und Schulanfänger erhalten zum Start einen Schulwegplan sowie ein Reflektorarmband, das der Bezirksvorsteher zur Verfügung stellt. "Der Schulweg ist meist der erste Weg, den Kinder allein im Straßenverkehr bewältigen müssen. Gerade deshalb brauchen sie möglichst viel Unterstützung und sichere Rahmenbedingungen", betont Papai.