Lückenschlüsse

Wien treibt Radwege-Ausbau heuer mit 33 Projekten voran

Wien drückt beim Radwege-Ausbau weiter aufs Tempo. 33 neue Projekte und rund 12,5 Kilometer zusätzliche Infrastruktur verdichten 2026 das Hauptradwegenetz. Ein Herzstück ist der Lückenschluss auf der Brünner Straße in Floridsdorf. 

Wien baut das Radwegnetz weiter aus - wenn auch heuer in moderaterem Tempo. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr vor allem bei Lückenschlüssen. Auch kommt eine neue Methode bei baulich getrennten Radwegen zur Anwendung: die Leichtbauweise. Sie soll eine kostengünstigere Umsetzung ermöglichen. Insgesamt wurden bei der Präsentation am Mittwoch 33 neue Projekte mit rund 12,5 Kilometern angekündigt.

"Sie wissen alle, dass die finanzielle Lage etwas enger ist in diesem Jahr", sagte Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit NEOS-Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner und dem Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). Man habe jedoch mit "Hängen und Würgen" 20 Mio. Euro "zusammengekratzt", berichtete sie. Sima hob hervor, dass in den vergangenen Jahren bereits 190 Mio. Euro für 250 Kilometer Radwege ausgegeben worden seien.

 Verbindungen werden hergestellt

Dass man sich vor allem Lückenschlüssen widmet, liegt laut Sima jedoch eher daran, dass wichtige Routen schon umgesetzt worden sind, hier aber mitunter noch die Verbindungen fehlen. So wird auf der Oberen Donaustraße in der Leopoldstadt ein rund 400 Meter langer Zwei-Richtungs-Radweg gebaut, der zwischen Rembrandtstraße und Scholzgasse verläuft. Außerdem fällt der Startschuss für die Umgestaltung der Landstraßer Hauptstraße. Dort werden zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse baulich getrennte Bike-Bereiche errichtet.

Im Zuge der Verlängerung der Bim-Linie 18 in den Prater wird die Rad-Infrastruktur dort ebenfalls erweitert. Realisiert wird ein Radweg auf der Würtzlerstraße zwischen Markhofgasse und Erdbergstraße. Daraus, so wird betont, ergibt sich ein Lückenschluss zwischen Gürtel bis zur Donau. Rund um den bereits umgestalteten Julius-Tandler-Platz im Alsergrund wird auf der Althanstraße ein Radweg vom Franz-Josef-Bahnhof zum Universitätszentrum Althanstraße errichtet.

In Favoriten stehen - etwa in der Neilreichgasse - ebenfalls Erweiterungen an. In Floridsdorf wurde ein zentraler Lückenschluss auf der Brünner Straße in Aussicht gestellt. Zu den Neuzugängen im Süden der Stadt gehört eine laut Stadt deutlich verbesserte Passage über den Liesinger Platz. Gebaut wird auch entlang des Liesingbachs, der derzeit umfassend renaturiert wird.

Die Neugestaltung der äußeren Mariahilfer Straße samt Schaffung neuer Radinfrastruktur geht ebenfalls in die nächste Etappe. Eine Fortsetzung gibt es auch in der Wiedner Hauptstraße, auf der bereits zuletzt gewerkt wurde. Stadtauswärts werden die bestehenden Mehrzweckstreifen durch einen Zweirichtungs-Radweg bis zur Hartmanngasse ersetzt. In der Donaustadt wird ein solcher auf einer Länge von 500 Metern auf der Erzherzog-Karl-Straße errichtet.

Leichtbauweise kommt zum Einsatz

Zahlreiche Projekte gehen wieder mit Baumpflanzungen einher, wie betont wird. Neu ist hingegen die sogenannte Leichtbauweise, die mancherorts zum Einsatz kommt. Laut Sima gibt es hier unterschiedliche Ausgestaltungen. Verzichtet wird in diesen Fällen darauf, den Radweg auf erhöhtem Niveau zu führen und mit Randsteinen abzutrennen.

Als Abgrenzungen dienen stattdessen etwa Grünflächen, Park- oder Abstellplätze oder auch Schwellen. Diese Variante sei nicht nur kostengünstiger, sondern die Projekte könnten auch rascher umgesetzt werden, führte die Stadträtin aus. Elemente wie die Entwässerung würden bei den Leichtbau-Wegen wegfallen.

Noch keine Infos gab es zu den Plänen für die Ringstraße. Dort sollen ja gemäß rot-pinkem Koalitionsübereinkommen Plätze und Nebenfahrbahnen umgestaltet werden. Sima enthüllte aber zumindest Details zum Zeitplan: Die Präsentation soll Ende März stattfinden. Die Arbeiten sollen auch heuer noch starten.

FPÖ fürchtet um Parkplätze

Für die FPÖ sind die angekündigten 33 neuen Radwege ein "Frontalangriff auf Wiens Autofahrer", da laut Angaben der Partei 1.500 Parkplätze wegfallen würden. "Weniger Fahrspuren und weniger Stellplätze bedeuten zwangsläufig mehr Stau, längere Parkplatzsuche und damit mehr Abgase, mehr Feinstaub und mehr Lärm. Das Knien der SPÖ vor der Radlobby ist also das Gegenteil von umweltfreundlich – es ist ideologiegetrieben und schlicht dumm.  Auf der Strecke bleiben Fußgänger und Autofahrer", poltert FPÖ-Wien Verkehrssprecher Toni Mahdalik.

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