"Trifft Familien"

Polit-Wirbel um Sparpläne für Wiener Bäder

Die Stadt Wien plant bei den Wiener Bädern ein umfassendes Sparpaket, mit dem bis 2026 rund 2,3 Millionen Euro eingespart werden sollen, wie die Stadt Wien in einer Aussendung bekannt gab. 

Wien. Wiens Klima- und Bäderstadtrat Jürgen Czernohorszky lobt die Sparpläne als "eine Reihe an gut durchdachten Maßnahmen, mit denen die Wiener Bäder 2026 insgesamt rund 2,3 Millionen Euro einsparen können und dennoch Leistbarkeit, Qualität des Badebetriebs und die Sicherheit aller Gäste stehen garantieren".

Vorgesehen sind Sparmaßnahmen durch saisonale Anpassungen und betriebliche Abläufe. In mehreren Kombibädern (Simmering, Ottakring, Großfeldsiedlung, Donaustadt) wird der Sommerbetrieb umgestellt: Tickets sind nur noch an der Sommerbadkasse und nicht wie bisher auch in der Schwimmhalle erhältlich, der Zugang zur Schwimmhalle erfolgt ausschließlich über den Freibadbereich, Umkleiden stehen ebenfalls nur dort zur Verfügung. Öffnungszeiten der Familienbäder werden verkürzt. Laut "ORF Wien" bleiben die Trainingshallen (Simmering und Großfeldsiedlung) im Sommer für Individualgäste geschlossen.

Stadt Wien, Bäder
© Stadt Wien

Schließung ausgewählter Saunastandorte

Besonders einschneidend sind die Maßnahmen im Saunabereich: Die Saunaabteilungen der vier Kombibäder bleiben von Anfang Mai bis Mitte September geschlossen, auch eigenständige Saunabäder (3., Apostelbad (APO); 5., Einsiedlerbad (EIN); 7., Hermannbad (HER) und 14., Penzingerbad (PEN)) sperren früher zu und öffnen erst im Herbst wieder.

  • Saunabäder: Saisonende 15. Juni statt wie bisher 8. Juli. Die Saunabäder bleiben bis 13. September geschlossen.
  • Die Saunaabteilungen der Kombibäder (11., Simmering; 16., Ottakring; 21., Großfeldsiedlung und 22., Donaustadt) sind vom 2. Mai bis 13. September geschlossen.
  • Die Saunabteilungen in den Hallenbädern (10., Amalienbad; 14., Hütteldorfer Bad (HUE) und 21., Floridsdorfer Bad (FLO) sowie Kombibädern (12., Theresienbad (THE) und 20., Brigittenau (BRI)) bleiben geöffnet.

Stadt Wien, Bäder
© Stadt Wien

In Familienbädern starten die Öffnungszeiten im Mai und Juni statt 10 Uhr erst um 13 Uhr. Laut Stadt Wien ergeben die Maßnahmen einen verminderten Personalbedarf um rund 50 Saisonarbeitskräften (25 Vollzeitstellen).

Stadt Wien, Bäder
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Neubau- und Sanierungsprojekte sowie Schwimmkurse bleiben unangetastet.

ÖVP tobt: "Mehr zahlen, weniger Leistung"

Die Opposition reagiert scharf. Die ÖVP kritisiert, dass die Sparmaßnahmen vor allem Familien treffen würden, während strukturelle Einsparungen ausblieben. Angesichts zuletzt gestiegener Eintrittspreise bedeute der Sparkurs "mehr zahlen, weniger Leistung", kritisiert ÖVP-Gemeinderätin Sabine Keri in einer Aussendung. 

Die FPÖ spricht von einem sozial- und gesundheitspolitisch verfehlten Signal: Nach Tariferhöhungen würden nun auch Leistungen gekürzt. Das treffe "ausgerechnet jene Wienerinnen und Wiener, die auf ein leistbares und gut funktionierendes Freizeit- und Gesundheitsangebot angewiesen sind", sagt FPÖ-Gemeinderat Michael Stumpf. Der FPÖ-Politiker fordert ein "Umdenken im Rathaus", denn: "Einsparungen bei den Wiener Bädern gehen zulasten der Gesundheit, der sozialen Fairness und der Lebensqualität", so Stumpf.

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