Petition gestartet

Riesen-Dildo am Nordturm? Künstler verblüfft mit neuen Steffl-Plänen

Nach seinem Wunsch für ein Corona-Denkmal am Stephansplatz greift Zino Weinstein jetzt nach den Sternen über Wien. Sein neuer Plan für den Stephansdom schlägt hohe Wellen und spaltet die Gemüter in der City. 

Der Stephansdom gilt als das unantastbare Wahrzeichen Wiens. Doch jetzt sorgt ein Künstler für ordentlich Gesprächsstoff in der Innenstadt und darüber hinaus. Zino Weinstein möchte den seit Jahrhunderten unvollendeten Nordturm endlich fertigstellen und hat dafür das "Volksbegehren des Geistes" ins Leben gerufen.

Mut zur Lücke war gestern

Seit Generationen blicken die Wiener auf den unfertigen Turm ihres geliebten Doms. Für Weinstein ist dieser Zustand kein Denkmal der Beständigkeit sondern ein Zeichen für fehlende Visionen. "Unsere Vorfahren bauten Kathedralen über Generationen hinweg", gibt der Künstler zu bedenken. Er versteht nicht, warum der heutige Zeitgeist vor solch gewaltigen Aufgaben zurückschreckt. "Warum fehlt uns heute der Mut, solche Projekte weiterzuführen?", fragt der Initiator der neuen Online-Petition kritisch.

Blaues Wunder für Wien

Besonders sein künstlerischer Entwurf sorgt bei den Passanten am Stephansplatz für hochgezogene Augenbrauen und ein verschmitztes Lächeln. Das Modell für den Turmabschluss leuchtet in sattem Blau und weist eine Form auf, die bei vielen Betrachtern sofort Assoziationen zum Sortiment eines Erotikfachgeschäfts weckt. Ob das phallische Prachtstück tatsächlich als sakrale Architektur durchgeht oder eher als gigantisches Sexspielzeug die Skyline bereichern soll, bleibt dem Auge des Betrachters überlassen.

"Der Stephansdom ist eines der wichtigsten Bauwerke Europas und doch haben wir aufgehört, über seine Vollendung zu sprechen", hält Weinstein fest. Ihm ist bewusst, dass sein Entwurf radikal wirkt. Die provokante Form versteht der Künstler jedoch ausdrücklich als einen notwendigen Weckruf für die Wiener Seele.

Erfahrener Mahner mit neuem Schmäh 

Es ist nicht das erste Mal, dass der Wiener Künstler die Gemüter der Stadt erhitzt. Bereits in der Vergangenheit forderte er eine Corona-Gedanksäule direkt am Stephansplatz. Damals schwebte ihm ein Symbol der Trauer und Dankbarkeit vor, das als modernes Gegenstück zur historischen Pestsäule fungieren sollte. Mit seinem aktuellen Vorstoß geht er nun noch einen Schritt weiter und greift direkt nach der Krone des Steffls.

Zino Weinstein bei der Unterschriftenaktion am Stephansplatz mit gemaltem Entwurf der Corona-Säule.

Zino Weinstein bei der Unterschriftenaktion am Stephansplatz mit gemaltem Entwurf der Corona-Säule.

© Zino Weinstein

Debatte ist eröffnet

Ob das blaue Trumm jemals den Nordturm zieren wird, steht freilich in den Sternen. Weinstein geht es in erster Linie um die Bewegung in den Köpfen der Menschen. Die Petition soll die Wiener dazu bringen, über die Weiterentwicklung historischer Architektur nachzudenken. "Es geht nicht darum, dass mein Entwurf gebaut wird", stellte der Künstler klar. Ihm liege vielmehr die öffentliche Diskussion am Herzen. "Es geht darum, dass wir wieder darüber sprechen, ob große Bauwerke weitergedacht werden dürfen", betonte der Kopf hinter dem "Volksbegehren des Geistes" abschließend.

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