Seisenbacher sitzt in der Falle

Ukraine wirft Ex-Judoka raus

Seisenbacher sitzt in der Falle

Die Flucht des wegen Missbrauchs angeklagten Olympiasiegers könnte vorbei sein.

Der zweifache Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher (57) sitzt in der Falle: Der wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger angeklagte Wiener muss seinen Fluchtort Kiew bis 12. Oktober verlassen, hat aber keine gültigen Papiere mehr. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis ihn Zielfahnder des Bundeskriminalamtes festnehmen können.

Seisenbacher hatte in Los Angeles und Seoul Gold im Judo gewonnen, ist der ­erfolgreichste Sommer-­Olympionike Österreichs und wurde danach mit den höchsten Orden der Republik ausgezeichnet.

Am 19. Dezember vergangenen Jahres hätte er sich wegen sexuellen Missbrauchs zweier Mädchen vor dem Wiener Straflandesgericht verantworten müssen. Er soll unter anderem ein neunjähriges Kind missbraucht haben. Wenige Tage zuvor flüchtete Seisenbacher über Georgien in die Ukraine, wo ihn eine Spezialeinheit der Polizei schließlich festnahm.

Ein Auslieferungsersuchen Österreichs lief ins Leere, nach ukrainischem Recht war der angeklagte sexuelle Missbrauch bereits verjährt.

Doch jetzt schlagen die Ausländerbehörden in der Ukraine zu. Dort darf man sich in einem Zeitraum von 180 Tagen maximal 90 Tage aufhalten. Seisenbacher ist drüber, er wurde aufgefordert, das Land bis 12. Oktober zu verlassen. Schwierig. Der gefallene Olympia-Held hat keine Papiere, die Bezirkshautmannschaft Tulln hat seinen Pass für ungültig erklärt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.



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