Sex-Täter suchte Opfer in Nachtbus

Wien

Sex-Täter suchte Opfer in Nachtbus

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Mann (37) verfolgte Frauen auf dem Heimweg und wollte sie vergewaltigen.

Weil er zwei Frauen im nächtlichen Wien verfolgt, gewürgt bzw. zu Boden gerissen und zu vergewaltigen versucht hatte, ist am Mittwoch ein 37-Jähriger am Landesgericht rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Bereits 2010 war der Mann wegen des selben Delikts vor Gericht gestanden.

Opfer im Nachtautobus gesucht
Der nach zwei Schlaganfällen pensionierte Angeklagte, hatte seine Opfer am 23. und 29. Mai in Favoriten jeweils gegen 3.00 Uhr bei der Heimfahrt im Nachtautobus verfolgt, ihnen bei "günstiger Gelegenheit" seinen erigierten Penis gezeigt und gefragt, ob sie "Lust auf Spaß" haben würden. Als seine derben Avancen abgelehnt wurden, wollte er Gewalt anwenden. Beide Frauen setzten sich heftig zur Wehr, riefen um Hilfe und wurden auch von aufmerksam gewordenen Passanten gerettet.

Auf den Verdächtigen kam man durch DNA-Spuren, die unter den Nägeln eines Opfers sichergestellt wurden. Ein Abgleich brachte den Treffer und der 37-Jährige wurde im August verhaftet.

"Deppert"
In der Verhandlung machte der Beschuldigte mehr oder weniger wirre Angaben, meinte, sich an nichts erinnern zu können, was durch seinen Alkoholismus, Medikamente und seine Schlaganfälle begründet sei. Sexuelle Motive schloss er hingegen aus. "I war total deppert." Obwohl sich sein Verteidiger redlich bemühte, konnte er seinen Mandanten nicht zu einem "Last Minute-Geständnis" bewegen, wie es der Staatsanwalt ausdrückte. Dabei wäre dies ein erheblicher Milderungsgrund gewesen.

Der Staatsanwalt nahm dem 37-Jährigen dessen "krause" Verantwortung nicht ab. Was er an Alkohol und Medikamenten konsumiert hatte, dazu könne er durchaus genaue Angaben machen, ansonsten habe dieser "auf Durchzug geschaltet". Der Ankläger forderte eine strenge Bestrafung, u.a. deswegen, da der Angeklagte wieder nach dem gleichen Muster vorgegangen sei.

Richterin Martina Krainz wies in ihrer Urteilsbegründung darauf hin, dass es dem Schöffensenat nicht gefallen habe, dass der 37-Jährige keine Verantwortung für seine Taten übernommen habe oder sich auch nur damit auseinanderzusetzen. Mildern fiel lediglich ins Gewicht, dass es beim Versuch der Vergewaltigungen geblieben ist - und dies aber auch nur durch die heftige Gegenwehr der Opfer.
 

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