KI-Startup deckt auf

Stadt Wien hat Baupotenzial für 180.000 Wohnungen

Wien kämpft mit steigenden Mieten und knappem Wohnraum, doch ein junges Unternehmen legt jetzt Zahlen vor, die aufhorchen lassen. 

Das Wiener PropTech-Startup Propcorn AI hat den gesamten Immobilienbestand der Stadt Wien und ihrer Tochtergesellschaften unter die Lupe genommen. Die Analyse umfasste Liegenschaften von Wiener Wohnen, Wien Holding, WSE, Wohnfonds Wien, WISEG und MA 69. Nach Angaben des Startups liegt dort ein brachliegendes Potenzial von über 9 Millionen Quadratmetern gewidmeter Nachverdichtungsfläche. Rechnet man mit einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 50 Quadratmetern, ergibt das rund 180.000 neue Wohneinheiten. Und das ohne einen einzigen Quadratmeter Landzukauf.

Die Analyse von Propcorn AI entlarvt Effizienz-Lücken. 

Die Analyse von Propcorn AI entlarvt Effizienz-Lücken. 

© Propcorn AI

"Die Stadt Wien sitzt auf einem schlafenden Giganten", sagt Nikolaus Stadler, CEO von Propcorn AI. "Diese Grundstücke und Flächen sind bereits im Besitz der öffentlichen Hand. Sie müssen nicht teuer erworben werden, sie müssen nur aktiviert werden. Wir präsentieren hier keinen theoretischen Wert, sondern Fakten, digital präzise identifizierte Flächen im Bestand", erklärt Stadler.

KI zeigt stille Baureserven

Das Startup ließ Algorithmen systematisch Dachausbauten, mögliche Aufstockungen und ungenutzte Flächenreserven im Portfolio der Stadt-Töchter durchforsten. Das Ergebnis wertet Propcorn AI als Hinweis auf eine deutliche Effizienz-Lücke. Die Lösung für die Wohnungskrise liege nicht am Stadtrand, sondern im bestehenden Stadtgefüge.

Das Unternehmen fordert ein radikales Umdenken in der Stadtpolitik. Statt neue Flächen langwierig zu widmen, könnten bestehende Potenziale durch Partnerschaften mit privaten Entwicklern aktiviert werden. So entstünde leistbarer Wohnraum, ohne das Budget durch Grundstückskäufe zusätzlich zu belasten.

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