Prozess um Behördenversagen
Wien-Terror: Opfer-Familie klagt Staat
Wien. Heute werden alle Erinnerungen wieder wach: an Nexhip, ihren damals erst 21-jährigen Sohn, der am 2. November 2020 in der Wiener Innenstadt beim Terroranschlag durch den Islamisten Kujtim F. (20) erschossen wurde. Und dennoch stellen sich die Eltern, weil sie von der Republik Österreich zutiefst enttäuscht sind und Schmerzensgeld fordern. Mutter Keriman und Vater Nasir V. sind überzeugt, dass ihr Kind noch leben würde, hätte der Staat den späteren Terroristen rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen.
Es ist bereits die zweite Amtshaftungsklage gegen die Republik. Die Mutter einer ermordeten Studentin klagt ebenfalls. Ihr Verfahren wurde vor einem Jahr eröffnet, passiert ist bis dato – nichts.
Nexhips Eltern und der Bruder bekamen bislang 2.000 Euro Schmerzensgeld und 4.500 Euro Zuschuss für die Beerdigung des Opfers in Mazedonien. Zu wenig nach Meinung von Familien-Anwalt Mathias Burger. Er hält ein Schmerzensgeld von je 30.000 Euro für Eltern und Bruder für angemessen.
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