Wetter-Wende

Wintereinbruch: So heftig traf es Österreich

Der Wintereinbruch hat am Freitag im Burgenland, in Kärnten und der Steiermark für Probleme gesorgt. Während im Burgenland rund 200 Feuerwehreinsätze verzeichnet wurden, waren in Kärnten wegen Schäden an Stromleitungen rund 4.500 Haushalte ohne Strom, bis Nachmittag sank die Zahl auf 800. 

Hier gab es sogar Brände wegen umgestürzter Bäume, teilten die zuständigen Feuerwehren mit. Etwa 2.000 steirische Haushalte waren Freitagfrüh ebenfalls ohne Elektrizität.

Im Burgenland wurden zahlreiche Sturmschäden und kleinere Unfälle verzeichnet. Fast 200 Mal mussten die Feuerwehren bis 13.00 Uhr laut Landessicherheitszentrale ausrücken. Auf dem Sieggrabener Sattel (Bezirk Mattersburg) auf der Burgenland-Schnellstraße S 31 waren die Autofahrer auf Schneefahrbahn unterwegs, und eben dort krachten im Frühverkehr bei drei aufeinanderfolgenden Unfällen insgesamt 14 Fahrzeuge ineinander. Ein Mann und eine Frau wurden dabei leicht verletzt, berichtete die Polizei. Der betroffene Teilabschnitt war fast drei Stunden gesperrt.

Die Einsatzkräfte mussten vor allem Verkehrswege freiräumen, hängen gebliebene Fahrzeuge aus den Straßengräben ziehen oder Abdeckungen von Dächern sichern. Betroffen war vor allem der Landessüden, die meisten Einsätze wurden im Bezirk Oberwart verzeichnet. Hier hatten sich etwa Teile von PV-Anlagen oder Werbetafeln gelöst. Im Raum Bernstein erschwerte der starke Schneefall die Lage und mehrere Lkw blieben hängen. Das Bezirksfeuerwehrkommando appellierte in einer Aussendung, nicht notwendige Fahrten und Spaziergänge zu unterlassen.

Strom-Situation in Kärnten besserte sich

Mit Stand Freitagfrüh waren in Kärnten rund 4.500 Haushalte ohne Strom, teilte Robert Schmaranz von Kärnten Netz auf APA-Anfrage mit. Betroffen waren vor allem die Bezirke Spittal an der Drau, St. Veit an der Glan und Wolfsberg. Bei den Reparaturarbeiten gab es Verzögerungen: "Unsere Monteure sind ausgerückt, aber es ist gar nicht überall möglich zu arbeiten, weil es einfach zu gefährlich ist. Wir müssen schauen, wie sich die Lage entwickelt", so Schmaranz. Bis zum Nachmittag reduzierte sich die Zahl der Haushalte ohne Strom auf 800, "auch wenn immer wieder neue Schadstellen hinzukommen, vor allem im Bezirk St. Veit", so Schmaranz.

In Radenthein (Bezirk Spittal an der Drau) meldeten die Feuerwehren gleich zwei Brandeinsätze wegen Bäumen, die auf Hochspannungsleitungen gestürzt waren. In der Gemeinde Winklern im Mölltal breitete sich ein dadurch verursachter Waldbrand aufgrund des anhaltenden Windes stark in Richtung Norden aus. Bis zum Einbruch der Dunkelheit bekämpften rund 140 Einsatzkräfte, unterstützt durch einen Polizeihubschrauber, den Brand. Am Samstag sollen etwaige Löscharbeiten fortgesetzt werden. Einzelne Verkehrsbehinderungen wegen umgestürzter Bäume wurden aus weiten Teilen Kärntens, auch aus dem Bezirk Völkermarkt, gemeldet.

Rund 2.000 steirische Haushalte ohne Strom

In der Steiermark gab es Freitagfrüh ebenfalls Stromausfälle. Rund 100 Trafostationen und 2.000 Haushalte waren laut Energie Steiermark vor allem in der Oststeiermark betroffen. Zu Mittag waren immer noch etwa 40 Trafostationen außer Betrieb. Ursache waren großteils umgestürzte Bäume aufgrund der starken Sturmböen mit Spitzen von bis zu 100 km/h. Die steirischen Feuerwehren verzeichneten von Mitternacht bis 15.30 Uhr insgesamt 523 Einsätze, von denen 435 direkt auf das Sturmgeschehen zurückzuführen waren. Zur Bewältigung dieser Vielzahl an Schadenslagen waren 264 Feuerwehren mit etwa 1.900 Helfern im Einsatz.

In Niederösterreich gab es am Freitag ab Mitternacht rund 40 Feuerwehreinsätze wegen Sturmschäden. 40 weitere kamen aufgrund von Pkw-Bergungen hinzu, teilte Klaus Stebal vom Landeskommando auf APA-Anfrage mit. Hauptbetroffen waren die Regionen um Wiener Neustadt und Neunkirchen. Netz Niederösterreich verzeichnete in der Nacht auf Freitag im Raum Edlitz (Bezirk Neunkirchen) mehrfach lokale Störungen. Rund 2.300 Haushalte konnten ab 0.45 Uhr über etwa eine Stunde hinweg nicht mit Strom versorgt werden.

Weiter kritische Lawinensituation in Tirol

In Tirol blieb die Lawinensituation indes weiter angespannt. Ab Freitagnachmittag würden Schneefall und Wind zwar nachlassen und damit die Lawinengefahr leicht zurückgehen, diese sei dann oberhalb der Waldgrenze im Großteil des Landes aber nach wie vor erheblich, liege also bei Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala, teilte das Land in einer Aussendung mit. Für Mittwoch und Donnerstag war für bestimmte Regionen in höheren Lagen Warnstufe 4 - also große Gefahr - ausgegeben worden. Die Verantwortlichen riefen Wintersportler am Wochenende zu Vorsicht und sorgfältiger Tourenplanung auf. In Tirols Landeshauptstadt Innsbruck führte die kritische Lawinensituation indes am Freitag zu einer Sperre auf der Nordkette. Gegen Mittag verhängte die Stadt eine ebensolche für die dortige Zufahrt zur Arzler Alm, hieß es.

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