Ein deutscher Poltiologe glaubt nach den Aussagen von Susanne Winter an einen Wiederaufstieg der FPÖ.
FPÖ-Spitzenkandidatin im Grazer Wahlkampf Susanne Winter hätte mit ihrem Aussagen zu Mohammed gezielt für Empörung gesorgt, so Oliver Geden, Berater der deutschen Bundesregierung, in der Süddeutschen Zeitung. Denn: "Je größer der Medientenor ist und je stärker er kontra FPÖ ausfällt, desto besser", so Geden, der glaubt, dass Winter mit den Drohungen gegen sie gerechnet hat.
"Wir werden eine Renaissance der FPÖ erleben", ist Geden überzeugt: "Das populistische Potential ist nach wie vor groß in Österreich".
Geden sieht auch in der konservativen ÖVP Leute, die eine ähnliche Karte spielen, wie der niederösterreichische Landeshauptmann Pröll, der Minarette "artfremd" nannte.
Nach den Islam-Sagern der FPÖ-Politikerin Susanne Winter ist nicht nur ein Videobotschaft mit Todesdrohungen aufgetaucht, auch die Globale Islamische Medienfront meldet sich mit einem Todesaufruf. Trotzdem bleibt die FPÖ unbeeindruckt.
Winter unbeeindruckt
Auch die FPÖ-Spitzenkandidatin für die
Gemeinderatswahl am Sonntag in Graz, Susanne Winter, bleibt unbeeindruckt.
Trotz der massiven Kritik aus allen anderen politischen Lagern und des
Drohvideos radikaler Moslems nimmt Winter ihre islamfeindlichen Aussagen
nicht zurück.
Auch sieht sie keinen Grund für eine Entschuldigung. Polizeischutz lehnt sie ebenfalls ab, obwohl ihn der Verfassungsschutz angeboten hat. Ein paar Tränen kamen der Spitzenkandidatin dann doch, als sie am Dienstag zu Mittag von dem Drohvideo gegen sie erfährt.
Islamisten-Stellungnahme im Internet
Nach dem Drohvideo gegen
Winter hat die Globale Islamische Medienfront (GiMF) in ihrem Internet-Forum
eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin wird der Intergrationsbeauftragte
der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, SPÖ-Politiker Omar
Al-Rawi, als "Agent der Ungläubigen“ bezeichnet.
Der Verfasser des Textes im Wortlaut: "Seine (Al-Rawis) Aufgabe wäre es als Vertreter der Muslime, das islamische Urteil über solche Leute wie Susanne Winter zu erklären, nämlich dass diese Leute getötet werden müssen und ihr Besitz und ihr Blut für die Muslime erlaubt ist“.
"Jeder Muslime darf Tötung vornehmen"
Weiters
kündigt die GIMF für die nächsten Tage eine ausführliche Stellungnahme an,
in dem sie die Beweise dafür anführen wollen, "dass diese
Beleidiger des Propheten getötet werden müssen und auch jeder Muslim diese
Tötung durchführen darf.“ Weiters wird darauf hingewiesen, dass "wir
die anderen FPÖ-Politiker genauso wie Susanne Winter ansehen, solange diese
sich nicht von diesen Aussagen distanzieren.“ Abschließend wird darauf
hingewiesen, dass das "einfache Amateur-Video“ gegen Susanne Winter,
das am Dienstag in der Internet-Plattform "Youtube“ veröffentlicht
wurde, nicht von der GIMF stamme.
Auf ihrer Internet-Seite ruft die Globale Islamsiche Medienfront zum Mord an der FPÖ-Politikerin auf (Foto: ÖSTERREICH)
Dreht Schraube weiter
Ganz im Gegenteil: Bei einem Auftritt mit
FPÖ-Bundesparteichef Heinz-Christian Strache am Dienstag beharrte sie nicht
nur darauf, dass der Prophet Mohammed ein "Kinderschänder"
sei. Sie legte sogar noch nach und bezeichnete den Interreligiösen Beirat
der steirischen Landeshauptstadt als "Imamkonferenz", obwohl dem
Gremium gerade mal ein einziger Imam angehört.
Sehen Sie hier das Video der Pressekonferenz
40 Teilnehmer bei Anti-Winter-Kundgebung
Rund 40 Menschen haben
sich Mittwochnachmittag vor der FPÖ-Bundesgeschäftsstelle in der Wiener
Innenstadt eingefunden, um gegen die islamfeindlichen Aussagen von der
Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Winter zu demonstrieren. "Moslems
bleiben, Winter vertreiben", wurde etwa skandiert. Die rund einstündige
Kundgebung verlief vorerst friedlich. Eingefunden hatten sich auch mehrere
Medienvertreter aus dem arabischen Raum, österreichische Muslime nahmen
hingegen nicht teil.
Aufgerufen hatten zu der Kundgebung die "Liga der sozialistischen Revolution" und die Antiimperialistische Koordination (AIK). "Diese Frau ist nicht nur dumm, diese Frau ist nicht nur eine Lügnerin, sie ist auch eine reaktionäre Hetzerin", hieß es etwa via Megafon. Und weiter: "Diese Frau hat keinen Platz in diesem Land, sie ist der Feind." Weiters wurde Solidarität mit den muslimischen Mitbürgern bekundet, aber auch gegen die Besetzung Palästinas protestiert.
"Mohammed war Kinderschänder"
Susanne Winter
hatte beim Neujahrstreffen der FPÖ in der steirischen Hauptstadt den
islamischen Propheten Mohammed als Kinderschänder bezeichnet, weil er ein
sechsjähriges Mädchen geheiratet hätte. Den Koran hätte er offenbar in
epileptischen Anfällen geschrieben. Inzwischen ermittelt der Staatsanwalt
wegen Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren.
Serbischer Hintergrund?
Das Bundesamt für Verfassungsschutz und
Terrorismusbekämpfung hat das Video noch nicht bewertet, es deutet aber auf
einen möglichen serbischen Hintergrund hin. Am Ende des Clips ist ein Wappen
zu sehen, das immer wieder mit der Region Sandschak in Verbindung gebracht
wird, in der hauptsächlich Muslime leben.
Auch in der Machart unterscheidet sich das Video von den bisher in Österreich aufgetauchten. Hierbei tritt die "Globale islamische Medienfront" (GIMF) nicht als Urheber auf.
Keine harmlose Gruppe
Über dem Wappen ist der bosnische
Schriftzug "Sandzaklije - smo mi - Oni pred kojim drhtu svi" zu
lesen. Übersetzt heißt das: "Sandschaken sind wir, vor denen
alle zittern." Der Sandschak von Novi Pazar bildet eine Brücke zwischen
den Moslems von Bosnien und Herzegowina und denen im Kosovo. Die Bevölkerung
bezeichnet sich selbst als Bosniaken.
In Belgrad hat am Dienstag ein Prozess gegen 15 Wahhabiten aus dem Sandschak begonnen. Die Angeklagten sollen Terrorakte, Morde und Angriffe geplant haben. Gleichgesinnte im Ausland sollen sie finanziell unterstützt haben.
"Des war ein Fehler von Dir" Dann wird die Szene eingeblendet, in der Winter die fatalen Sätze über Mohammed äußert. Schnitt. Text: "Das war ein Fehler. Und mit solchen Menschen hast Du Dich angelegt." Ton: Maschinenpistolen vermischt mit Muezzin-Klängen. Text: "Diese Menschen sind Allah seine Krieger (Grammatik!). Diese Krieger sind wir - die Moslems - mit denen du Susanne jetzt ein Problem hast." Dann Bild-Einblendungen: ein Pferd, Betende, Krieger, und immer wieder Betende. Dahinter arabische Musik. Und dann: das brennende World Trade Center. Dazu Text-Einblendung: "Schau her Susanne, wegen Dir kann so was Ähnliches auch in deinem Land passieren - Du bist verantwortlich dafür." Einblendung einer Europa-Landkarte ganz in Rot, mit dem Text "EURABIA" darüber. Am Schluss heißt es: "Dieses Video geht nicht nur an Susanne Winter sondern an alle Ungläubigen, die kein Respekt vor Allah und dem Islam haben. Insallah kommt der Tag an dem ihr bestraft wird. Und jetzt an alle Moslems Brüder und Schwestern wir müssen zusammenhalten egal welche Nation. Moslem ist Moslem. Kämpft gegen die, die den Islam beleidigen die Allah beleidigen die Eure Familien getötet haben." Am Ende des Videos heißt es: "Made by Bilal & Jasko". |