Landwirtschaft rechnet mit Verlusten

Österreich trocknet aus

Trockenheit in der Landwirtschaft, Feld vor blauem Himmel mit aufgerollten Strohballen.
© pixaby heu-strohballen 3510684 Ulrike Leone
Die Hitzewelle mit Rekordwerten führt zu extremer Trockenheit – und extremen Problemen.
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Wien. Verdörrte Wiesen, knochentrockene Felder, der Wasserstand des Neusiedler Sees am tiefsten Stand seit 150 Jahren: Österreich – speziell der Osten des Landes – wird derzeit von einer hartnäckigen Dürreperiode heimgesucht. Meteorologe Klaus Haslinger (ZAMG): „Es war bereits im Juni sehr trocken, und das setzt sich jetzt fort. Zum Teil gab es nur neun Prozent des mittleren Niederschlags.“
Die großen Leidtragenden der Trockenheit sind die Landwirte. Mario Winkler von der Hagelversicherung: „Nach den Unwettern ist die Trockenheit das zweite große Problem. Die Schäden sind enorm.“

Angst vor Waldbänden, Wien verhängt Grillverbot

Ernte-Alarm. Das bestätigt auch Josef Wasner von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich: „Problematisch wird es vor allem für die demnächst anstehenden Ernten von Getreide, Mais, und Erdäpfel.“ Auch im Burgenland schrillen bereits erste Alarmglocken. Magdalena Kaiser: „Es zeigt sich jetzt schon, dass es beim Getreide erste Entwicklungsverzögerungen gibt und man kann schon sagen, dass eine unterdurchschnittliche Ernte erwartet wird.“ Auch die Marillenernte im Kittsee ist massiv gefährdet (siehe Fotos).

Krisenstimmung herrscht auch unter den Waldbesitzern. Nur ein kleiner Funke genügt! Felix Montecuccoli, Präsident der Land & Forst Betriebe Österreich, appelliert: „Bitte rauchen Sie nicht im Wald, lassen Sie keine Glasflaschen liegen, machen Sie kein Feuer und stellen Sie Ihr Auto nicht auf trockenem Gras ab.“ Aktuell gilt in Wien und Umgebung die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. Die Stadt Wien hat ein Grillverbot an öffentlichen Grillplätzen erlassen.

Wasserverbrauch. Die Trockenheit macht sich auch bei den Wasserwerken bemerkbar. Der stellvertretende Leiter der MA 31, Walter Kling: „Am Mittwoch wurden in Wien mehr als eine halbe Million Kubikmeter Wasser verbraucht. Das kommt sehr selten vor. Das ist vor allem auf das Gießen von Gärten zurückzuführen.“

Dürreperioden

In den letzten 30 Jahren hat sich die Tendenz zu Dürren und Trockenperioden verstärkt, sagt der Klimaforscher Klaus Haslinger von der ZAMG. Durch die zunehmende Hitze und Sonneneinstrahlung komme es zu immer stärkerer Verdunstung.

Die Hammer-Hitze brachte gestern einen neuen Jahres-Temperaturrekord

NÖ. In der Messstation der Zentralanstalt für Meteorologie und Geo­dynamik (ZAMG) in Bad Deutsch-Altenburg wurden am Donnerstagnachmittag 37,5 Grad gemessen. Die Örtlichkeit des Rekordhalters ist dabei übrigens gleich geblieben: Der bisherige Jahreshöchstwert von 35,4 Grad am 28. Juni wurde ebenfalls in Bad Deutsch-Altenburg verzeichnet.

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